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Julia Melchior: Darum sind die Schweden-Royals so beliebt

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Die schwedische Königsfamilie

Verlobung, Hochzeit, Schwangerschaft, Kind, Taufe, Verlobung... Im Privatleben der schwedischen Königsfamilie geht es seit ein paar Jahren rund. Was das für die Monarchie in einem der demokratischsten Länder der Welt bedeutet, erklärt Royal-Expertin Julia Melchior nicht nur in ihrer Doku "König, Krone, Kindersegen - Carl Gustaf von Schweden wird 70", die am heutigen Dienstagabend um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird, sondern vorab auch im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Die schwedische Königsfamilie wirkt lebendig und sehr volksnah. Ist sie deshalb so beliebt?

Die Kinder von König Carl Gustaf sind immer für eine schöne Schlagzeile gut: Zuletzt drehte sich alles um die Geburt des Sohnes von Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia - mehr dazu erfahren in diesem Video bei Clipfish

Julia Melchior: Das stimmt, das trifft allerdings auf alle skandinavischen Königsfamilien zu. Die Schweden sind aber schon besonders volksnah. Mir ist es auch schon passiert, dass ich Kronprinzessin Victoria durch Zufall nachmittags in einem Café angetroffen habe. Damals hatte ich offizielle Termine mit den Familienmitgliedern und sonntags haben mein Team und ich schöne Außenaufnahmen gemacht. Und als wir dann in ein Café eingekehrt sind, um uns aufzuwärmen, saß Victoria mit einer Freundin am Nachbartisch. Das passiert in Stockholm. In London passiert einem das nicht.

Die familiären Ereignisse überschlagen sich in dieser Familie: Verlobung, Hochzeit, Schwangerschaft, Kind, Taufe, Verlobung... Was bedeutet das für die Monarchie?

Melchior: Das ist sehr gut für die Monarchie. Denn Schweden ist durchaus eines der demokratischsten Länder der Welt, das trotzdem noch eine Monarchie hat - was eigentlich gar nicht zusammenpasst. Aber irgendwie haben die Schweden ihre Königsfamilie total lieb, weil es einfach auch wirklich eine sehr nette Familie ist und zudem am laufenden Band etwas Schönes passiert. Gerade nach dem Skandal um den König im Jahr 2011 war es natürlich ein Segen, dass es danach ein glückliches Ereignis nach dem anderen gab. Das hat alles überstrahlt.

Über die Skandale redet man seither auch in Schweden nicht mehr oder nur in Deutschland nicht?

Melchior: Nein, die sind kein Thema mehr. Zumal die sich ja auch nur als teilweise wahr herausgestellt haben. Dass der König eine Geliebte hatte, stimmte wohl, aber die Besuche im Rotlichtmilieu stimmten wohl gar nicht. Das war eine Fotomontage, mit der eine Erpressung versucht worden war. Alles sehr unseriös... Aber durch die ganzen positiven Botschaften der jungen Royals wurden diese Schattenseiten der Monarchie überdeckt. Durch diese Glücksfälle wird die Monarchie immer wieder gefestigt.

Prinzessin Sofia ist auch ein besonderes Phänomen: von der belächelten Bikini-Schönheit zur schönen Prinzessin...

Melchior: Das ist wirklich ein Phänomen. Nicht viele hätten ihr das bei ihrer, für eine Prinzessin sehr ungewöhnlichen Biografie zugetraut. Und jetzt ist sie sehr beliebt, auch weil sie ihren Carl Philip sehr glücklich macht. Sie hat eine eigene Charity-Organisation gegründet und macht ihren Job mit einer großen Überzeugung.

Sie ist erwachsen geworden...

Melchior: Das stimmt. Die Bikini-Fotos entstanden mit 19, in dieser Reality-TV-Show war sie mit 22. Das sind quasi Jugendsünden, aus denen eine kleine Staatsaffäre gemacht wurde. Sie macht ihren Job wirklich toll. Für ein solches Leben, bei dem man das Privatleben zu weiten Teilen aufgibt, muss man schon auch bereit sein.

Welche Rolle spielt Königin Silvia?

Melchior: König Carl Gustafs wohl beste Entscheidung im Leben war es, Silvia zu heiraten. Auch sie ist sehr beliebt und meistert ihre Aufgaben schon immer ganz toll. Sie ist sehr verlässlich und lächelt Probleme einfach weg.

Und Kronprinzessin Victoria?

Melchior: Sie ist die beliebteste unter allen Royals überhaupt, was internationale Umfragen regelmäßig bestätigen.