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Elefant stirbt vor Erschöpfung, nachdem er Touristen durch die Hitze von Kambodscha tragen musste

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ELEFANT SAMBO
Elefant stirbt vor Erschöpfung, nachdem er Touristen durch die Hitze von Kambodscha getragen hatte | Yem Sonok Facebook
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Nachdem ein Elefant vor Erschöpfung gestorben ist, setzen sich Tausende Menschen dafür ein, dass eine Wildtier-Attraktion in einem kambodschanischen Park abgeschafft wird.

Die schon betagte Sambo musste über 40 Minuten in der sengenden Hitze laufen, bevor sie zusammensank und an einem Herzschlag starb.

Mehr als 30.000 Menschen unterschreiben Online-Petition

Der Elefant, vermutlich zwischen 40 und 50 Jahren alt, hatte seit 2001 für die Angkor Elephant Company gearbeitet; so berichtet die Zeitung "The Phnom Penh Post."

Der tragische Vorfall hat eine Online-Petition nach sich gezogen, die schon von mehr als 30.000 Menschen unterzeichnet wurde.

Eine Qual für die Tiere

In der Petition wird das Ende des Elefanten-Reitens in dem Archäologie-Park Siem Reap gefordert. Auf der Seite der Petition heißt es: "Eine grausame Touristenattraktion, die bekanntermaßen Elefanten Leid zufügt, sollte unbedingt beendet werden."

"Der Tod eines Elefanten, der von Touristen an den Tempeln von Angkor geritten wurde, sollte der Gemeinschaft als Weckruf gelten und die Tourismus-Industrie dazu bringen, diese schreckliche Attraktion endlich abzuschaffen."

"Elefanten kann man nicht ohne Tierquälerei reiten."

Die Petition beschreibt die Touristenattraktion als "lebenslängliche Qual für wilde Tiere".

Tierrechtsorganisationen sprechen sich gegen Elefantenritte aus

Lokale Behörden werden dazu aufgefordert, Elefanten-Ritte zu verbieten.

Oan Kiri, der Manager der Angkor Elphant Company, sagte der "The Phnom Penh Post", das Unternehmen sei sehr bestürzt über den Tod des Tieres.

Sambo musste bei Temperaturen über 40 Grad Celsius arbeiten.

"Nachdem der Tierarzt sie untersucht hatte, konnten wir davon ausgehen, dass sie an einem Herzschlag aufgrund der hohen Temperaturen und des fehlenden Windes gestorben ist", sagte er.

Tierrechtsorganisationen haben sich gegen solche "grausamen" Attraktionen ausgesprochen.

Chris Draper, von der Born Free Foundation, sagte: "Sambos Tod in Angkor Wat sendet eine tragische aber sehr deutliche Nachricht: Elefantenritte sind schlecht für das Wohlergehen dieser Tiere."

"Viele Menschen wünschen sich immer noch, mal auf einem Elefanten zu reiten, aber die traurige Realität ist, dass die Tiere dadurch sehr leiden."

"Die Elefanten werden in der Regel durch sehr gewalttätige Methoden trainiert, werden von Artgenossen ferngehalten und sollen meilenweit auf heißen Straßen laufen."

Touristen sollten keine Elefanten-Ritte buchen

Draper sagte zudem, dass vielen Tieren Wasser und Nahrung vorenthalten würde und sie oftmals an den Hufen festgebunden würden.

Er fügte hinzu: "Diese Ritte gefährden Elefanten und Menschen und wir bitten Urlaubsfirmen dringend, sich nicht daran zu beteiligen."

Peta UK hat Sambos Leben als "einzige Tragödie" bezeichnet.

Mimi Bekhechi, eine Direktorin bei PETA, erklärte: "Es gibt heutzutage wirklich überhaupt keinen Grund, diese schönen und intelligenten Tiere für die Unterhaltung von Touristen zu missbrauchen."

Peta fordert ebenfalls alle Ferienanbieter dazu auf, diese Attraktion aus ihren Angeboten zu nehmen und alle Touristen, solche Ritte nicht zu buchen.

Anfang des Jahres wurde ein Tourist totgetrampelt

Die World Animal Protection gab an, dass mehr als 100 Reiseveranstalter weltweit angekündigt hätten, Elefanten-Reiten und Shows nicht mehr anbieten zu wollen.

Die Tierrechtsgruppe hat sich ebenfalls an TripAdvisor gewandt mit der Bitte, keine Elefantenritte mehr zu bewerben.

Die Debatte war bereits Anfang des Jahres aufgekommen, nachdem der Brite Gareth Crowe vor den Augen seiner Tochter von einem Elefanten auf der thailändischen Insel Koh Samui zu Tode getrampelt wurde.

World Animal Protection fürchtet, dass weltweit mehr als 550.000 wilde Tiere in unverantwortlichen Touristen-Attraktionen leiden.

Dieser Artikel erschien zunächst auf der Huffington Post USA und wurde von Gunda Windmüller aus dem Englischen übersetzt.

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