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Schreiendes Kind: Kameras zeigen ganz neue Sicht auf den Edeka-Rauswurf

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  • Eine Mutter hat behauptet, sie sei aus einem Edeka-Supermarkt hinausgeworfen worden - nur weil ihr Kind weinte
  • Jetzt wehrt sich der Filialleiter gegen die Vorwürfe
  • Er legt Bilder von Überwachungskameras vor, um seine Sicht zu belegen sollen

Ein Einkauf im Supermarkt wir zum Skandal. Eine 27-jährige Mutter hatte der Supermarktkette Edeka vorgeworfen, sie sei des Gebäudes in Fürth verwiesen worden, weil ihr Kind geweint habe.

"Nach etwa fünf Minuten kam eine Mitarbeiterin zu mir und bat mich, den Laden wegen meines weinenden Kindes zu verlassen", sagte sie der "Bild"-Zeitung. Der Bericht hatte Empörung ausgelöst. Arbeiten bei Edeka Kinderhasser?

Bilder aus Überwachungskamera

Jetzt wehrt sich der Filialleiter Roman Stengel gegen die Vorwürfe - und veröffentlicht Bilder der Überwachungskameras, um seine Sicht der Dinge zu belegen.

"Wir haben die Frau nicht gebeten, den Laden zu verlassen, sondern dafür zu sorgen, dass die übrigen Kunden ihr Recht auf Einkaufen in entspannter Atmosphäre wahrnehmen können“, sagt er in einer Stellungnahme. Darüber berichtet wieder die "Bild"-Zeitung.

Auf den Bildern der Kameras soll zu sehen sein, dass die Eltern sich nicht um ihr weinendes Kind gekümmert hätten.

"Unabhängig voneinander kamen mehrere Kunden an unsere Information und machten uns auf ein bereits seit einer ganzen Weile schreiendes Kind aufmerksam. Auch die Mitarbeiterin an der Information hatte das Schreien bereits vernommen", schreibt Stengel laut der Zeitung in seiner Erklärung.

Die Kunden hätten eine Mitarbeiterin gebeten, etwas zu unternehmen. Diese habe die Eltern gefragt, ob dem Kind etwas fehle. Die Frau habe daraufhin die Eltern gebeten, das weinende Kind aus dem Wagen zu nehmen und es zu beruhigen.

Dass mit dem zweijährigen Mädchen etwas nicht gestimmt habe, sei für Stengel offensichtlich gewesen. Das Kind habe einen hochroten Kopf gehabt, was die Bilder zeigen würden.

"Unsere Mitarbeiterin hat aus unserer Sicht absolut richtig, feinfühlig und aufmerksam gehandelt. Von einem Rauswurf kann also keine Rede sein. Im Gegenteil: Wir haben an die Eltern appelliert – auch zum Wohle ihres Kindes übrigens", schlussfolgert der Geschäftsinhaber.

Pedantische Auswertung

Dem Bericht zufolge beruft sich Stengel außerdem auf eine unabhängige Augenzeugin, die seine Version des Vorfalls bestätigen würde.

Etwas pedantisch muten die Ausführungen allerdings an, die die "Bild" da publiziert. Die zahlreichen Standbilder mit Pfeilen und Anmerkungen erinnern eher an Ermittlungen zu einem Mordfall als einen harmlosen Vorfall um ein weinendes Kind.

"Ohne ersichtlichen Grund läuft das Kind plötzlich in Richtung Ausgang", heißt es in einer Bildunterschrift - als ob kleines Mädchen nur mit einer guten Begründung durch den Supermarkt laufen dürfe.

"Erst neun Sekunden später folgt der Vater." Tja, er ist halt nicht Spider-Man.

Es scheint so zu sein, wie so oft im Leben: Es braucht nur zwei Dickköpfe und medialen Hype, um aus einer Blähung einen Atomschlag zu machen.

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