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iPhone: Diese Zahlen zeigen, warum Tim Cook vor einem unlösbaren Problem steht

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TIM COOK
Apple-CEO Tim Cook | JOSH EDELSON via Getty Images
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  • Erstmals gehen die iPhone-Käufe zurück
  • Die Zahlen zeigen eines der größten Probleme des Konzerns

Diese Zahlen schockieren Apple. Die iPhone-Verkäufe sind im vergangenen Quartal erstmals im Jahresvergleich gesunken. Das führte zum ersten Umsatzrückgang seit 2003.

Die Statistiken führen das größte Problem des Konzerns vor Augen.

Zwar präsentierte Apple weiterhin Zahlen, von denen andere Unternehmen nur träumen können: Auch nach einem Gewinnrückgang von über 22 Prozent verdiente Apple immer noch 10,5 Milliarden Dollar (9,3 Mrd Euro). Die Geldreserven schwollen auf 232,9 Milliarden Dollar an - 17,2 Milliarden mehr als vor drei Monaten.

Apple ist völlig abhängig vom iPhone

Doch der Rückgang beim Verkauf der Smartphones löst Ängste aus. Das 2007 gestartete iPhone hat das Wachstum von Apple befeuert und ist das mit Abstand wichtigste Produkt des Konzerns. Es bringt rund zwei Drittel des Geschäfts ein. Apple ist völlig abhängig vom Verkauf der Smartphones.

Apple setzte im vergangenen Quartal rund 51,2 Millionen iPhones ab, das war ein Rückgang von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Erlöse schrumpften um 13 Prozent auf 50,56 Milliarden Dollar, wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte.

Das war bereits erwartet worden, aber Analysten hatten immer noch mit einem höheren Wert gerechnet. Auch die Prognose für das laufende Quartal fiel unter ihren Erwartungen aus.

Apple-Aktie sackte um acht Prozent ab

Die Aktie verlor nachbörslich zeitweise rund acht Prozent. Sie hatte in den vergangenen Monaten bereits unter Druck gestanden.

Konzernchef Tim Cook machte für die Rückgänge vor allem einen "Konjunktur-Gegenwind" verantwortlich, der das Wachstum im Smartphone-Markt insgesamt abgewürgt habe.

"Das iPhone-Geschäft ist gesund", sagte Cook. In dem von wirtschaftlichen Turbulenzen erfassten China sanken die Apple-Umsätze um elf Prozent. Der Riesenmarkt steht nach wie vor für rund ein Viertel des Geschäfts.

Das stimmt. Doch Cooks Darstellung verharmlost die Abhängigkeit des Unternehmens vom iPhone. Apple hat es nicht geschafft, neben dem Smartphone andere Produkte am Markt zu platzieren, die bedeutende Erlöse erwirtschaften.

Die vor einem Jahr gestartete Apple Watch ist zu einem Branchenwitz geworden. Bisher hat sich das Unternehmen geweigert, konkrete Zahlen zu den Verkäufen zu nennen.

Auch die iPad-Tablets enttäuschten eher. Die schon seit einiger Zeit schrumpfenden Verkäufe der iPads sanken um fast ein Fünftel auf 10,2 Millionen Geräte.

Noch profitiert Apple vom Erbe Steve Jobs

Bei den Macs gab es einen Rückgang von zwölf Prozent auf gut vier Millionen verkaufte Computer. Damit konnte Apple erstmals seit langem nicht besser abschneiden als der chronisch schwache PC-Markt. Der Branchen-Absatz war laut Marktforschern um rund ein Zehntel gesunken.

Gute Nachrichten gibt es lediglich vom Dienste-Geschäft, das unter anderem den App-Store mit Anwendungen für iPhone, iPad und Mac-Computer und den Streaming-Dienst Apple Music umfasst. Der Umsatz stieg um ein Fünftel auf rund sechs Milliarden Dollar - doch das ist kein Vergleich mit dem Smartphone-Geschäft.

Das iPhone war noch vom Unternehmensgründer Steve Jobs mitentwickelt worden, der im Oktober 2011 verstorben ist. Anfang 2007 stellte er es in einer seiner typischen, dramatischen Präsentationen vor.

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Noch profitiert Apple vom Erbe des Genies. Doch seither hat das Unternehmen keinen bedeutenden Durchbruch geschafft. Der Umsatzrückgang dürfte Ängste befeuern, dass Apple ohne Steve Jobs eben nur ein gewöhnlicher Computer- und Smartphone-Hersteller ist.

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(lp)