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Sarrazin nennt EU-Asylpolitik "Verbrechen an der deutschen Zukunft"

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Sarrazin nennt EU-Asylpolitik "Verbrechen an der deutschen Zukunft" | Heinz-Peter Bader / Reuters
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Fakt ist: Die SPD bekommt derzeit historisch miese Umfragewerte. Rechtspopulisten, vor allem die AfD, triumphieren.

Fraglich ist: warum das so ist.

Langzeitstudien legen nahe, dass der Rechtsruck eine späte Folge der Finanzkrise sein könnte. Akut ist die ungelöste Flüchtlingskrise als Ursache im Verdacht. Die Jusos mutmaßen, dass die SPD nicht mehr als Partei der kleinen Leute wahrgenommen werde.

Jetzt hat sich der ehemalige Bundesbank-Vorstand und ehemalige SPD-Politiker Thilo Sarrazin in der "Bild"-Zeitung zu Wort gemeldet. Der Mann, der den Genossen inzwischen ein gutes Stück zu weit rechts steht.

Sarrazin: Hätte man auf ihn gehört, gäbe es Pegida nicht

Er findet, dass wohl alle Ursachen im Spiel seien - und dass er sie längst auf dem Radar gehabt habe: "Seit 2010 habe ich die Gefahren von falscher Zuwanderung und falscher Eurorettung beschrieben. Hätten die etablierten Parteien meine Warnungen ernst genommen, gäbe es heute weder Pegida noch AfD“, sagte Sarrazin der Zeitung.

Auch der Autor der Titelgeschichte des aktuellen „Focus“ kommt zu dem Schluss, dass Sarrazin zumindest ein gutes Gespür hatte für Themen, die die deutsche Gesellschaft heute beschäftigen. Die deutsche Politik hätte ihn da besser als „Minenhund“ nutzen sollen.

Ohne Mitleid

So weit zum noch diskussionsfähigen Teil von Sarrazins Einlassungen. Darüber hinaus aber sagt Sarrazin Sätze, die zeigen, warum die SPD ein Problem mit dem Mann hat. Er findet, wenn Deutschland in der Flüchtlingskrise früher gehandelt hätte, wäre die Balkanroute früher geschlossen worden und "eine Million Asylbewerber und illegaler Einwanderer wären Deutschland erspart geblieben", sagte Sarrazin der „Bild“-Zeitung.

Im Gespräch mit dem „Focus“ sagte er, Europa sei Krisen- und Entwicklungsländern nichts schuldig. Es sei das Beste, Europa in eine Festung zu verwandeln.

"Verbrechen an der deutschen Zukunft"

Das uneinheitliche Vorgehen, ja "Chaos" bei der Registrierung der Flüchtlinge nennt Sarrazin in der „Bild“ sogar ein "Verbrechen an der deutschen Zukunft". Die Zahl der muslimischen Zuwanderer sei eine "wachsende Gefahr" für die Gesellschaft.

Man sieht: Deutschland hätte die Pegida und die AfD nicht gebraucht. Sarrazin war ja schon vorher da.

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(tos)