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Diese Zahlen zeigen, was wirklich hinter Österreichs Rechtsruck steckt

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WAHL
Wahlplakate in Österrreich | Getty
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  • Bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich hat der Rechtspopulist Norbert Hofer mit deutlichem Vorsprung gesiegt
  • Eine Analyse zeigt, dass Hofer vor allem bei Menschen mit niedrigem Bildungsstand punktete

Österreichs Wähler haben gesprochen - beziehungsweise ihr Kreuz gemacht: Absage an die Volksparteien SPÖ und ÖVP, Beifall für die rechtspopulistische FPÖ in der Bundespräsidentenwahl vom Sonntag, die mit ihrem Kandidaten Norbert Hofer rund 35 Prozent holte. Ein schwerer Schlag für die etablierte Politik.

Um diesen richtig zu verstehen, muss man allerdings genauer hinsehen - und sich bewusst machen: "Österreichs Wähler" gibt es nicht.

Nicht eine unbestimmte Allgemeinheit hat FPÖ-Kandidat Hofer gewählt, sondern ganz bestimmte Schichten - abzulesen an einer Erhebung des Instituts Public Opinion Strategies unter 1200 Befragten, die der "Standard" veröffentlicht hat.

wahl oesterreich

Demnach war die Entscheidung in der Abstimmung in hohem Maße abhängig vom Bildungsstand der Wähler. Große Erfolge feierte Hofer bei Menschen, die einen Hauptschulabschluss, eine Ausbildung oder die mittlere Reife erlangt hatten. Hier lag der FPÖ-Kandidat vorn. Unter Absolventen einer Ausbildung holte er satte 51 Prozent.

Anderes Ergebnis bei Wählern mit Abitur und Diplom

Ganz anders die Lage am oberen Ende des Bildungsspektrums: Mit Matura - dem österreichischen Abitur - oder einem Studium ausgestattete Österreicher wählten am Sonntag mehrheitlich den Zweitplatzierten Alexander van der Bellen von den Grünen.

Hofer landete bei ihnen nur auf dem dritten Platz hinter der Parteilosen Irmgard Griss. Bei den Wählern mit Universitätsabschluss lag sie sogar nur zwei Prozentpunkte hinter van der Bellen, der in dieser Gruppe 35 Prozent einfuhr. Bei Wählern mit Matura erlangte van der Bellen 39 Prozent.

Eins allerdings eint die Wähler mit höherem Abschluss mit der Gesamtheit: Die Kandidaten der Volksparteien, Rudolf Hundstorfer und Andreas Khol landeten bei ihnen auf Platz vier und fünf - weit abgeschlagen.

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(lk)