Huffpost Germany

Zu Guttenberg rechnet mit Obama ab: "Berlin von der Landkarte gestrichen"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Ex-Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg greift Barack Obama hart an
  • In seiner Kritik geht es auch um den Umgang mit Deutschland
  • Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen im Text seht ihr im Video oben

"Eine Liebeserklärung", nannten die Medien das, was Barack Obama Angela Merkel am Sonntag entgegenbrachte. "Es ist die wichtigste Beziehung, die wichtigste Freundschaft, die ich in meiner Amtszeit hatte", schmeichelte Obama der Kanzlerin bei ihrem Treffen in Hannover.

Wenn es nach dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg geht, waren es wohl eher leere Worte: In der "Bild"-Zeitung rechnet zu Guttenberg drastisch mit dem US-Präsidenten ab.

"Berlin von der Landkarte gestrichen"

"Die Deutschen träumten von einem neuen Freund Obama und bekamen: den transatlantisch distanziertesten Präsidenten seit Langem“, schreibt zu Guttenberg in seinem Gastbeitrag.

In den ersten Jahren hätte man gar das Gefühl gehabt, dass Europa – und insbesondere Berlin – aus der Landkarte des Weißen Hauses gestrichen worden wären.

Der Besuch in Hannover ändere daran wenig. Eine Korrektur seines Kurses sei allenfalls taktisch gewesen.

Schon der Beginn der Amtszeit Obamas habe unter keinem guten Stern gestanden, erklärt zu Guttenberg. Im Jahre 2009 hatte Obama überraschend den Friedensnobelpreis erhalten, nach nur wenigen Tagen im Amt.

"Es ist, als ob man einem frechen, jungen Formel 1-Neuling am Anfang der Saison zum Weltmeister erklärt, um ihn dann verkrampft gegen die Wand fahren zu sehen", schreibt zu Guttenberg.

Wenig auf der Haben-Seite

Denn: Viele Erfolge habe Obama nicht zu verzeichnen. Zu diesen zählt zu Guttenberg die Annäherung an Kuba, die Neuausrichtung der Klima-Politik sowie die Gesundheitsreform. Aber er schreibt auch: "Obama stellte sich gegen die zynische Waffenlobby – und scheiterte krachend. Er versprach die Auflösung des Lagers in Guantanamo – umsetzen konnte er das bis heute nicht."

"Merkwürdig distanziert", sei Obama im Umgang mit Kollegen geblieben. Dadurch habe er jene verprellt, die es in einer Demokratie zur Kontrolle und Unterstützung einer Regierung bedarf.

So sei Obama nicht nur persönlich gescheitert, sondern habe auch den Populisten Donald Trump, Ted Cruz und Bernie Sanders den Weg bereitet.

Bereits häufiger hatte zu Guttenberg gegen den US-Präsidenten geschossen. Zuletzt bezeichnete er Obama als "den lahmsten Erpel aller Zeiten".

Mit seinem neuen Rundumschlag in der "Bild" baut zu Guttenberg seine Kritik - passend zum letzten Deutschland-Besuch des Präsidenten - aus.

Auch auf HuffPost:

Das ist die böseste Abrechnung mit der Kanzlerin, die ihr heute hören werdet

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

bp

Korrektur anregen