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Zweifelhaftes "Superfood": So gefährlich sind Goji-Beeren wirklich

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GOJI
Lecker und gesund - oder tödlich? Die Goji-Beere kann offenbar gefährlich werden. | Ligia Botero via Getty Images
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  • Goji-Beeren sind derzeit sehr beliebt, weil sie die Gesundheit stärken sollen
  • Ein Experte warnt nun jedoch: Die Beeren können das genaue Gegenteil im Körper auslösen

Gibt es eigentlich etwas, das diese Wunderfrucht nicht kann? Sie soll das Immunsystem stärken, sportlich machen, die Konzentrationsfähigkeit verbessern und ohnehin jede Menge Energie liefern. Ein Kraftpaket in Beerenform also.

Unter den sogenannten Superfoods - so bezeichnet dank all der oben aufgeführten Fähigkeiten - ist die meist in China angebaute Goji-Beere der Star. Schon ein paar davon am Tag machen schlau und stark, heißt es bei den mittlerweile zahlreichen Online-Händlern. Doch diesen Versprechen zu glauben, kann offenbar lebensgefährlich sein.

Die Beeren können einen Atemstillstand auslösen

Das deutet jedenfalls ein Beitrag des Lebensmittelwissenschaftlers Udo Pollmer im Deutschlandfunk an. Wer die Früchte bedenkenlos isst oder etwa zu Smoothies verarbeitet zu sich nimmt, riskiert ihm zufolge zumindest seine Gesundheit.

Die wohl größte Gefahr: Allergien. Als Nachtschattengewächse sind Goji-Beeren verwandt mit bekannten Pflanzen wie Tomaten oder Kartoffeln - auch bei anderen Lebensmitteln wie Nüssen, Pfirsichen und Kiwis zeigten sich in einem Test Kreuzallergien.

Schlimmer noch: Wer die Superbeere isst, kann dadurch eine Allergie gegen weitverbreitete Lebensmittel erwerben. Möglich ist laut Pollmer durch die allergische Reaktion sogar ein Atemstillstand, der zum Tod führen kann.

Leberschäden und innere Blutungen

Ein weiterer Faktor, der stutzig machen sollte: In Studien wurde in den Beeren der Stoff Atropin nachgewiesen - dabei war die Goji-Beere allerdings offenbar mit einer ähnlichen Art verwechselt worden, denn natürlicherweise enthält sie den Stoff nicht.

Dennoch "kann niemand sicher wissen, ob er auch von den 'richtigen' Goji-Beeren speist. Auf dieser Welt gibt es viele rote Beeren, die ähnlich aussehen und von denen nicht wenige giftig sind", warnt der Experte.

Zudem gebe es Risikogruppen, für die das Risiko beim Goji-Genuss noch höher ist. Dazu gehören Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen. Denselben Effekt haben Goji-Beeren - zusammen mit der Arznei können sie innere Blutungen auslösen. Wie viele andere Medikamente kann das Obst außerdem die Leber schädigen.

Bei all diesen Gefahren ist es ein Wunder, dass den Beeren kein Beipackzettel mit Nebenwirkungen beiliegt - denn wer sich etwas Gutes tun will, bewirkt mit Goji-Beeren womöglich das genaue Gegenteil. "Sie gehören in die Apotheke – nicht ins Obstregal", urteilt Experte Pollmer.

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(lk)