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Felix Baumgartner macht sich mit Pro-FPÖ-Post bei Facebook lächerlich

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Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen im Text seht ihr im Video oben

Felix Baumgartner. Ihr erinnert euch vermutlich.

Das ist der Österreicher, der am 14. Oktober 2012 aus 38.969,4 Metern Höhe aus der Stratosphäre mit dem Fallschirm gen Erde sprang. Um dann ziemlich genau zwei Jahre später den Weltrekord in dieser Disziplin an Alan Eustace abgeben musste.

Ziemlich tiefer Fall

Dieser Felix Baumgartner, so spotten Kritiker, ist sehr tief gefallen. Erst mit Hilfe der Erdanziehung, jetzt aus eigener Kraft.

Die Figur, die Baumgartner im österreichischen Wahlkampf abgibt, ist dabei zu komisch. Baumartner ist Verehrer von Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer, dem Politiker der rechtspopulistischen FPÖ, der bei der Wahl am Sonntag weit vor seinen fünf Konkurrenten landete.

Kurz nach Bekanntwerden seines Wahlsiegs postete Baumgartner auf Facebook eine Fotomontage (siehe Video). Hofer und Baumgartner bejubeln sich gegenseitig. Darüber in überaus hintersinniger Anspielung auf den Amtssitz des österreichischen Präsidenten:

"HOFER = HOFBURG
Danke Österreich!
FELIX"

Um den Post gebührend zu würdigen, muss man allerdings Folgendes wissen: Baumgartner hatte seine Sympathie für Hofer schon vor der Wahl detailliert kundgetan.

Baumgartner: Hofer soll Österreich wieder zu Stolz verhelfen

"Norbert Hofer ist der einzige der Österreich entsprechend repräsentieren kann. Nachdem unser Verlegenheits- Präsident Heinz Fischer, der bei jeder schwierigen Entscheidung den Kopf eingezogen hat, nun endlich Geschichte ist brauchen wir einen neuen Präsidenten", schrieb Baumgartner. Die anderen Kandidaten tat er als "zu alt und zu ausgebrannt", als "ideenlos", "rhetorisch zu schwach und eigentlich nur angetreten um sich selber zu vermarkten" ab. Nur Hofer könne "diesem Land wieder den Stolz und das Ansehen verleiht welches es verdient."

Diese fundierte und rhetorisch außergewöhnlich starke Analyse nahm sich dann der ORF-Journalist Armin Wolf vor. Und schrieb auf Twitter Folgendes dazu:

Baumgartner hätte sich natürlich ein bisschen schämen können. Schließlich könnte man es als überzeugter Patriot ein wenig peinlich finden, die eigene Muttersprache nicht korrekt zu beherrschen.

Der Patriot, der die Muttersprache quält

Aber Baumgartner findet sich in guter Gesellschaft. Ein Phänomen, das übrigens in Deutschland auch zu beobachten ist. Baumgartner jedenfalls erhielt von seinen Fans Rückendeckung gegen die bösen Grammatik-Attacken. Und pöbelte er lieber noch kurz in Richtung des bösen "Wolfs", den eh niemand fürchte.

Tatsächlich aber darf man über Baumgartners Euphorie schon ein wenig staunen. Noch vor vier Jahren hatte er im Gespräch mit Österreichs größter Regionalzeitung, der "Kleinen Zeitung", getönt, dass er selbst nicht in die Politik gehen wolle. "Nein, man hat das am Beispiel Schwarzenegger gesehen: Du kannst in einer Demokratie nichts bewegen. Wir würden eine gemäßigte Diktatur brauchen, wo es ein paar Leute aus der Privatwirtschaft gibt, sie sich wirklich auskennen."

Wer wird denn gleich so böse sein

Nun könnte man argwöhnen, dass es vielleicht mit den demokratischen Fähigkeiten des Herrn Hofer zumindest aus Baumgartners Sicht nicht so weit her ist. Aber vermutlich wäre das zu böse gedacht.

Vermutlich ist Baumgartner einfach lernfähig genug, die Demokratie an sich schätzen gelernt zu haben.

Denn lernfähig scheint Baumgartner ja zu sein. Sein jüngster Facebook-Post besteht aus fünf Worten, er verzichtet auf Verben, Nebensätze und andere Fallen der deutschen Sprache. Der Post ist damit fehlerfrei. Wenn das kein Fortschritt ist.

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(tos)