Huffpost Germany

Asylanträge: Dem BAMF fehlen 2000 Mitarbeiter

Veröffentlicht: Aktualisiert:
REFUGEES BAMF
Bearbeitung der Asylanträge läuft schleppend: Dem BAMF fehlen 2000 Mitarbeiter | Sean Gallup via Getty Images
Drucken
  • Dem BAMF fehlen bundesweit rund 2000 Mitarbieter
  • Das Ziel, bis zum Jahresende alle Asylanträge zu bearbeiten, könnte in Gefahr geraten

Es war doch eine kleine Überraschung: Am Donnerstag hatte Kanzleramtsminister Peter Altmaier in der Huffington Post im Gespräch mit Peter Maffay verkündet, es sei zu erwarten, dass bis Jahresende alle offenen Asylanträge bearbeitet würden.

Doch vertrauliche Zahlen zeigen jetzt: Dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) fehlen bundesweit rund 2000 Mitarbeiter. Ob die gesteckten Ziele Altmaiers so erreicht werden können, ist fraglich.

Erst 3500 Mitarbeiter beim BAMF

Wie die Tageszeitung "Die Welt“ unter Berufung auf ein vertrauliches Dokument des BAMF berichtet, sollen in den Bundesländern derzeit erst 3500 Mitarbeiter beschäftigt sein. Die Planvorgaben sehen jedoch 5500 Mitarbeiter vor.

In den Ländern und am BAMF-Hauptsitz in Nürnberg sollen 7300 Stellen besetzt werden, bislang sind es jedoch nur 5000.

Besonders in Schleswig-Holstein ist die Personalsituation schwierig: Hier haben erst 61 Personen ihren Dienst angetreten, damit ist grade einmal ein Drittel der 190 versprochenen Stellen besetzt.

Ähnlich sieht es in Brandenburg, Hessen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen aus.

Dazu kommt: Bei der Datenerfassung gibt es große Differenzen zwischen den einzelnen Bundesländern. Das neue "Migration-Asyl-Reintegrationssystem", kurz MARiS, läuft laut "Focus“-Informationen schleppend an: Das Saarland etwa hat von den Asylsuchenden bereits Fingerabdrücke, Namen und biometrische Fotos erfasst, auch in Berlin liegen bereits Daten vor.

In Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen läuft die Registrierung derzeit. In Sachsen dagegen beginnt sie erst.

Durch diese Anlaufschwierigkeiten ist es nahezu unmöglich, gesicherte Zahlen zu liefern, wie viele Flüchtlinge sich tatsächlich in Deutschland aufhalten – und Mehrfachregistrierungen zu vermeiden.

Eine Sprecherin des Innenministeriums gestand gegenüber "Focus“: "Derzeit scheitert der Datenaustausch an fehlenden Schnittstellen zwischen den Systemen des Bundes und der Länder."

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt:

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

Auch auf HuffPost:

Merkels Flüchtlings-Pakt steht vor dem Scheitern - die Ausreden sind peinlich

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

bp