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10 schlechte Angewohnheiten, die Eltern unbedingt ablegen sollten

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MOTHER DAUGHTER
10 schlechte Angewohnheiten, die Eltern unbedingt ablegen sollten | PhotoAlto/Anne-Sophie Bost via Getty Images
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Geben Sie's zu: Sie tun diese Dinge auch. Und das ist auch OK. Aber vielleicht - ganz vielleicht - ist es an der Zeit, einmal darüber nachzudenken, ob man nicht das ein oder andere ein wenig verändern könnte. Allein schon Ihrer Gesundheit zuliebe, und für die Beziehung zu Ihren Kindern, und weil das Leben einfach zu kurz ist.

1. Verurteilen Sie andere Eltern nicht.
Das ist richtig schwierig. Wir alle haben schon einmal ein Elternteil an der Kasse beobachtet, während es seine Kinder anschreit. Oder eine Mutter, die ihre Kinder fürs Abendessen durch den McDrive hindurchschleust. Oder einen Vater, der seine Kinder an einem Schultag bis nach 10 Uhr wach bleiben lässt. Fest steht, dass wir alle bessere Entscheidungen treffen könnten. Aber anstatt uns darauf zu konzentrieren, was wir vielleicht falsch machen, sollten wir uns lieber daran erinnern, was wir richtig machen. Deshalb: Jedes Mal, wenn Sie als Eltern einen Sieg erringen, dann freuen Sie sich richtig darüber. Nur zu, suhlen Sie sich ruhig in Ihrem Erfolg!

2. Sprechen Sie nicht schlecht über sich selbst.
Haben Sie schon einmal wenig Schmeichelhaftes über sich selbst erzählt? „Oh Mann, ich bin so bescheuert!" Jeder fühlt sich manchmal so, aber überlegen Sie es sich zwei Mal, bevor Sie schlecht von sich selbst sprechen - besonders wenn Ihre Kinder in Hörweite sind. Unsere Kinder bewundern uns; wir geben ihnen Sicherheit und Trost. Wie also wird es sich für ein Kind wohl anfühlen zu hören, dass seine Eltern sich selbst nicht für besonders klug oder toll halten, auch wenn es nur für einen Moment ist? Nicht so gut. Und wenn Ihr Sprössling solche Aussagen häufiger zu hören bekommt, sollten Sie sich nicht wundern, wenn er bald die gleichen Dinge von sich selbst sagt. Und wir sollten unsere eigene Unsicherheit nicht auf unsere Kinder übertragen, oder? Die Moral von der Geschicht': Seien Sie nett zu sich selbst.

3. Ablenkungen sind überall: Landen Sie nicht mittendrin.
Wann haben Sie das letzte Mal ein Wochenende verbracht, ohne tippend vor dem Smartphone zu kleben? Kennen Sie diese Familien, die gemeinsam im Restaurant sitzen, und JEDER ist mit seinem eigenen Handy beschäftigt, anstatt sich mit einem Familienmitglied zu unterhalten? Heutzutage ist es wirklich schwer, uns nicht von den Kommunikationsmedien ablenken zu lassen. Wir brauchen sie einfach ständig, und das zu Recht - wir haben mehr zu tun als je zuvor und wir sind herausragende Multitasker. Aber das ständige Surfen, Tippen und Scrollen kann der Beziehung zu Ihrem Kind schaden und auch Ihren Umgang mit sich selbst verändern. Probieren Sie es einfach mal aus: Legen Sie Ihre technischen Utensilien ein Weilchen beiseite. Sie könnten es zum Beispiel zur Regel machen, dass nach 19 Uhr Handys tabu sind. Unterhalten Sie sich miteinander. Spielen Sie Brettspiele. Sie werden überrascht sein, was Sie dabei alles lernen können - und Sie werden sich besser fühlen, wenn Sie Ihren Liebsten wieder näher kommen.

4. Lästern Sie nicht über Menschen, die Ihren Kindern nahe stehen.
Egal ob Ihr Ex, Ihre Schwester, der Lehrer Ihres Kindes oder Ihre Schwiegereltern: Sie alle werden irgendwann etwas tun, was Sie auf die Palme bringt. Und Sie werden Ihrem Ärger Luft machen müssen. Aber tun Sie sich selbst einen Gefallen und achten Sie darauf, dass Ihre Kinder zu diesem Zeitpunkt nicht in der Nähe sind. Denn die sollten keine negativen Urteile über Leute hören, die ihnen am Herzen liegen - ganz egal, wie sauer Sie gerade sind. Klären Sie das Problem ausschließlich unter den Erwachsenen und lassen Sie Ihren Kindern - unbelastet und ohne Schuldgefühle - ihre Vorbilder.

5. Versuchen Sie nicht, alles zu kontrollieren.
Wir wollen niemals sehen, wie unsere Kinder scheitern, oder wie sie verletzt oder enttäuscht werden. Aber wissen Sie was? All diese Dinge sind Teil des Lebens und der Versuch, jede Kleinigkeit, die unsere Kinder tun, sagen oder ausprobieren, zu kontrollieren, ist eine unlösbare Mammutaufgabe. Außerdem hat die Überkontrolle von Seiten der Eltern den großartigen Nebeneffekt, dass man sich später mit einem rebellierenden Jugendlichen auseinander setzen muss. Geben Sie also Ihren Kindern ein wenig Raum, um sich auszuprobieren und Fehler zu machen. Lassen Sie sie aus ihren eigenen Erfahrungen lernen. Sie werden es Ihnen später danken.

6. Fotografieren Sie nicht alles.
Ja, ich weiß, diese Aussage wird mir einiges an Kritik einbrocken, aber ich mache sie trotzdem: Schießen Sie weniger Fotos. Damit meine ich nicht, dass Sie bei der Geburtstagsfeier Ihres Kindes, bei einem Schulkonzert oder im Familienurlaub die Kamera zu Hause lassen sollen. Klar wollen Sie besondere Momente festhalten! Aber manchmal... MANCHMAL... ist es einfach besser, die Kamera in der Tasche zu lassen und einfach den Moment zu genießen. Vor kurzem bin ich mit meinem Sohn zu einer Veranstaltung gegangen und habe meine Vorderfrau dabei beobachtet, wie sie den ganzen Abend durch ein riesiges iPad hindurch wahrgenommen hat. Ich konnte nur denken: „Sie verpasst die ganze Vorstellung. Sie hätte genauso gut zu Hause am PC sitzen und sich das Ganze über Youtube ansehen können." Ich fürchte, wir haben uns alle so daran gewöhnt, jede Kleinigkeit zu fotografieren und in den sozialen Medien zu teilen, dass wir gar nicht mehr dazu kommen, den eigentlichen Augenblick zu genießen. Verdienen Sie (und Ihre Kinder) nicht, im Moment zu leben?

7. Seien Sie kein Ja-Sager.
Es ist verlockend einfach, Ihrem Kind das Spielzeug/die App/das Eis zu kaufen, das es so unbedingt will. Und JA, Ihre Kinder freuen sich darüber. Aber lassen Sie dieses Verhalten nicht einreißen, sonst wird Ihr Kleines sehr bald verwöhnt sein und die Antwort „Nein" nicht mehr akzeptieren. Setzen Sie Ihren Kindern Grenzen und lassen Sie sie gedeihen.

8. Machen Sie es sich nicht zu gemütlich.
Wenn Sie Achterbahnen hassen, werden Sie wahrscheinlich niemals einen Ausflug in den Freizeitpark vorschlagen. Wenn Sie Sushi nicht mögen, werden Ihre Kinder es Ihnen wahrscheinlich gleichtun. Es passiert sehr schnell, dass wir als Eltern versuchen, für uns unangenehme oder ungewohnte Situationen zu vermeiden, um nicht aus unserer Wohlfühl-Zone heraus zu müssen. Aber vielleicht wäre Ihr Kind begeistert von diesem ach so grauenvollen Freizeitpark. Und vielleicht ist Ihr Sprössling ein Fan von scharfen Thunfisch-Röllchen. Probieren Sie doch einfach manchmal etwas Neues aus und schauen Sie, wohin es Ihre Kinder besonders zieht - lassen Sie sie die Welt ein wenig erkunden und ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen. Und wer weiß, vielleicht werden Sie auch selbst die ein oder andere neue Sache für sich entdecken.

9. Konzentrieren Sie sich auf Ihr Kind, wenn Sie etwas gemeinsam unternehmen.
Sie verbringen einen Filmeabend mit Ihrem Kind. Sie kuscheln sich gemeinsam aufs Sofa. Aber sobald der Vorspann beginnt, zücken Sie Ihr Handy, um Ihre Mails zu checken/eine SMS zu verschicken/etwas auf Facebook zu posten. Vielleicht schießen Sie ein Foto von ihrem entzückenden Kind, um es auf Instagram zu posten, mit dem Hashtag #qualitytime. Kommt Ihnen das bekannt vor? Ja, wir müssen uns alle an der eigenen Nase packen. Aber wenn Sie bei einer gemeinsam geplanten Aktivität nicht ganz bei der Sache sind, bekommen Ihre Kinder das mit. Und dann kommen Sprüche wie: „Mamaaaaaa, du schaust ja gar nicht hin." Ihre Kinder spüren, dass Sie nicht ganz da sind. Also: Verbringen Sie wirklich Zeit mit Ihrem Kind und schaffen Sie echte gemeinsame Erinnerungen, anstatt nur virtuelle.

10. Sagen Sie „Ich liebe Dich".
„Ich liebe Dich." Drei kleine Wörter, mehr nicht. Und trotzdem, wenn Sie nicht Ihr Leben lang daran gewöhnt waren, diese Wörter regelmäßig zu hören, kommen sie nicht so leicht über die Lippen. Sich geliebt zu fühlen ist so wichtig für Ihre Kinder. Und ja, Taten allein reichen nicht, sie brauchen auch Worte. Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie es lieben. Das gilt auch für erwachsene Kinder - es ist nie zu spät dafür. Sagen Sie es einfach; und Sie werden sehen, es kommt zu Ihnen zurück und wird Sie genau ins Herz treffen.

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