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Blutiger Machtkampf: Wieso die Mafia jetzt Flüchtlingen den Krieg erklärt

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MAFIA WEAPON
Blutiger Machtkampf: Wieso die Mafia jetzt Flüchtlingen den Krieg erklärt | Laurent Hamels via Getty Images
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  • In Sizilien herrscht ein blutiger Konflikt zwischen Mafia und kriminellen Flüchtlingsbanden
  • Immer wieder kommt es zu Gewalttaten

Mehr als 20.000 Menschen sind in diesem Jahr bereits über das Mittelmeer nach Italien geflohen. Flüchtlinge aus Somalia, Eritrea, aber auch aus westafrikanischen und den arabischen Ländern. Seit die Balkanroute geschlossen ist, wagen wieder vermehrt Asylsuchende die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer.

In Sizilien, wo viele der Flüchtlinge nach ihrer Ankunft verweilen, droht die Situation zu eskalieren. Wie die britische "Daily Mail“ berichtet, ist dort bereits ein blutiger Machtkampf in Gange: Zwischen der sizilianischen Mafia und einem Teil der ankommenden Flüchtlinge.

"Man fühlt sich wie in Istanbul"

"Die gefürchtete Cosa Nostra will unbedingt ihre Vormacht erhalten, nachdem kriminelle afrikanische Gangs mit den Flüchtlingen angekommen sind“, schreibt das Nachrichtenportal.

Auch der Bürgermeister der sizilianischen Haupstadt Palermo, Leoluca Orlando, kommt in der "Daily Mail" zu Wort. "Palermo ist keine italienische Stadt mehr. Sie ist nicht mal mehr europäisch. Man kann durch die Stadt laufen und fühlt sich wie in Istanbul oder Beirut“, sagt Orlando, der nach eigenem Bekunden trotzdem glücklich damit ist, dass Palermo heute eine "Mosaik-Stadt" sei.

Erst kürzlich wurde in Palermo auf offener Straße ein 21-Jähriger Gambier angeschossen. Der Täter soll ein 28-jähriger Italiener mit Verbindungen zur Mafia sein.

Cosa Nostra fühlt sich bedroht

Orlando, als Kämpfer gegen die in Sizilien traditionell äußerst einflussreiche Mafia bekannt, berichtet weiter: "Als die Mafia noch mächtiger war, hielt sie die Asylwerber fern. Damals sah man keine Afrikaner oder Asiaten in der Stadt."

Die Mafia habe nicht begriffen, dass die Stadt sich verändert habe. "Wir sind jetzt eine Stadt der Migranten, die Mafiabosse sitzen nicht mehr im Bürgermeisteramt.“

Doch der Machtkampf zwischen Neuankömmlingen und Mafia bedroht diese Vision der multikulturellen Stadt. Der Stadtteil Ballaro hat bereits einen Migrantenanteil von 25 Prozent – die Mafia scheint ihren Einfluss in Gefahr zu sehen.

Palermos Polizeikommissar Guido Longo sagte der "Daily Mail“: "Die Cosa Nostra will ihre Regeln durchsetzen und ihr Territorium verteidigen. Es gab eine ganze Reihe gewaltsamer Übergriffe auf Migranten, welche die Handschrift der Mafia tragen."

Die italienische Zeitung "Il Sole 24 Ore“ hatte Sizilien bereits Ende vergangenen Jahres zur "schlimmsten Region Italiens“ erklärt – die Stadt Palermo gar zum schlimmsten Ort Siziliens.

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt:

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

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