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AfD will Währungsraum ohne Frankreich

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GAULAND MEUTHEN
AfD will Währungsraum ohne Frankreich | TOBIAS SCHWARZ via Getty Images
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  • Die Parteispitze der AfD will einen europäischen Währungsraum ohne Frankreich
  • Man brauche einen Währungsverbund mit Staaten "mit der gleichen Stabilitätskultur"
  • Eine Zusammenarbeit mit dem französischen Front National sei dennoch nicht ausgeschlossen

Die Führung der rechtspopulistischen AfD hat sich für einen europäischen Währungsraum ohne die Mitgliedschaft Frankreichs ausgesprochen. Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ forderten der Bundesvorsitzende Jörg Meuthen und sein Stellvertreter Alexander Gauland einen Währungsverbund in Europa, zu dem nur Staaten "mit der gleichen Stabilitätskultur“ gehören sollten.

Frankreich gehöre nicht zu diesen. Meuthen sagte: "Wir können ja eine gemeinsame Währung machen mit den Niederlanden, Österreich, Finnland oder den baltischen Staaten. Die haben die gleiche Stabilitätskultur wie wir. Aber schon die Franzosen haben eine andere, von den Italienern, Spaniern, Portugiesen und Griechen ganz zu schweigen. Die wollen zum Beispiel gar keine Austerität."

Frankreich als "politisches Problem"

Aus dem Euro wolle man Frankreich dennoch nicht werfen, erklärte Gauland. "Niemand will Frankreich rauswerfen. Aber Frankreich ist natürlich ein politisches Problem. Da habe ich auch keine Lösung."

Eigentlich sei man sogar für einen Verbleib Frankreichs im Euroraum, betonte der AfD-Vize: "Wenn sie das aber wirtschaftlich nicht leisten wollen oder können, muss man andere Konstruktionen finden."

Mögliche Zusammenarbeit mit Front National

Zu einer möglichen Zusammenarbeit mit der französischen Partei "Front National“ äußerten sich die AfD-Spitzenpolitiker ambivalent. Gauland sagte: "Es geht nicht um ein bilaterales Bündnis mit dem Front National.“ Etwaige Erwägungen bezögen sich auf eine europäische Zusammenarbeit.

Aussagen, mit denen er sich zuletzt für eine Kooperation mit dem "Front National“ stark gemacht hatte, rechtfertigte Gauland: "Wenn im Sommer eine einheitliche, eurokritische Fraktion im Europaparlament entstehen sollte, sind wir entweder drinnen oder draußen. Da habe ich dafür plädiert: Dann sind wir lieber drin."

Meuthen dagegen erklärte: "Ich würde mit denen nicht koalieren wollen und meine Vorbehalte sind wirklich massiv." Es gehe bei der Diskussion um eine Zusammenarbeit jedoch nur um "diese punktuelle Kooperation im Europäischen Parlament", äußerte Meuthen.

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(tos)