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AfD-Politiker Markus Frohnmaier: Regierung verharmlost den radikalen Islam

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FROHNMAIER
Markus Frohnmaier, Chef der Jungen Alternative, kritisiert den Kurs der Bundesregierung (Archivbild) | dpa
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  • AfD-Politiker Markus Frohnmaier wirft Berlin Verharmlosung des radikalen Islam vor
  • Der Jungpolitiker bringt zudem einen Nato-Austritt Deutschlands ins Spiel
  • Zuletzt hatte der "Spiegel" über Kontakte der AfD-Jugend zu Putins Partei-Nachwuchs berichtet

Die AfD hält "den Islam" für nicht integrierbar und den "politischen Islam" für eine Bedrohung - diese Äußerungen hatten zuletzt für heftige Kritik an den Rechtspopulisten gesorgt.

Jetzt hat der Chef der AfD-Jugendorganisation "Junge Alternative", Markus Frohnmaier, die Diskussion um die Haltung seiner Partei zu Muslimen in Deutschland neu angeheizt.

"Berlin fördert den radikalen Islam"

Das Bild des Islam in Deutschland werde vor allem dadurch geprägt, dass die „etablierten Parteien“ den radikalen sunnitischen Islam verharmlosten, sagte der AfD-Politiker der „Welt am Sonntag“.

"Berlin fördert den radikalen Islam, Berlin umschmeichelt Saudi-Arabien, Berlin setzt sich mit radikalen Muslimbrüdern an den Tisch und wertet sie dadurch auf", sagte Frohnmaier.

"Da sollte auch die Nato keine heilige Kuh sein"

Frohnmaier brachte zudem einen Nato-Austritt Deutschlands ins Spiel. Man müsse sich fragen, ob Deutschland Teil eines militärischen Bündnisses sein könne, „das sich unter der Führung der Amerikaner immer mehr zur exklusiven, global agierenden Interventionsstreitmacht transformiert, die keine Rücksicht auf die Interessen der Bundesgenossen nimmt“, sagte er.

Es sei an der Zeit, über neue sicherheitspolitische Architekturen zu diskutieren. "Da sollte auch die Nato keine heilige Kuh sein.“

Frohnmaier steht seit Mai 2015 an der Spitze der AfD-Jugend, die rund 1000 Mitglieder zählt. Am Samstag hatte der "Spiegel" berichtet, dass Frohnmaier die Nähe zu Putins Partei-Nachwuchs sucht. Der JA-Chef habe am vergangenen Mittwoch eine Zusammenarbeit mit der Jugendbewegung "Junge Garde Russlands" gesucht, berichtet das Blatt.

Der AfD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen sieht die Russland-Kontakte der JA offenbar unkritisch. "Frohnmaier hat mir versichert, dass es sich dabei nicht um eine formelle Kooperation handelt, und das ist mir auch lieb so", sagte er.

Generell sehe er einen Austausch mit der russischen Jugendbewegung aber entspannt. Russland sei zwar "keine lupenreine Demokratie", aber dies lasse sich auch über viele andere Staaten sagen, mit denen Deutschland zusammenarbeite.

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