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Verwirrung um Aussage der Kanzlerin: Ist Merkel doch nicht für offene Grenzen in Europa?

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ANGELA MERKEL
Angela Merkel | ROBIN VAN LONKHUIJSEN via Getty Images
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  • Ein Kommentar von Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgt für Verwirrung
  • Die Kanzlerin soll durchblicken haben lassen, dass sie bei einer Überforderung Italiens in der Flüchtlingskrise auf die Unterstützung Österreichs hofft

Gerade mal einen Monat ist es her, dass der von Angela Merkel initiierte EU-Türkei-Deal in Kraft getreten ist. Doch der Pakt stößt bereits auf Kritik von allen Seiten.

Der Tenor: Deutschland und die EU lassen die Türkei "die Drecksarbeit" machen. Durch den Deal kann die EU offiziell zwar weiterhin von "offenen Grenzen" sprechen, effektiv aber hat sich Europa abgeschottet.

Dieser Kommentar sorgt für Verwirrung

Ein Kommentar der Kanzlerin, der laut eines Berichts des "Spiegel" vergangen Sonntag beim Treffen der Unionsfraktionschefs aus Bund und Ländern in Berlin gefallen sein soll, könnte diese Kritik stützen.

Demnach war die Kanzlerin in Berlin gefragt worden, was geschehen solle, falls eine große Zahl von Flüchtlingen über Italien nach Europa einreisen würde. Laut "Spiegel" antwortete sie, dass Rom für die Unterbringung und Registrierung dieser Flüchtlinge zuständig sei.

"Dann macht Österreich den Brenner dicht"

Auf Nachfrage des bayrischen CSU-Landtagsfraktionschefs Thomas Kreutzer, was passiere, wenn die italienische Regierung dieser Verpflichtung nicht nachkommen könne und sich wieder Hunderttausende auf den Weg nach Deutschland machten, soll Merkel geantwortet haben: "Dann macht Österreich den Brenner dicht".

Diese Aussage habe mehrere Teilnehmer der Sitzung erstaunt, heißt es im Bericht weiter. Denn: Merkel gilt als Verfechterin der offenen Grenzen - und hatte Österreich für seine Drohung einer Schließung der Grenzen und die Entscheidung einer Obergrenze mehrfach öffentlich kritisiert.

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