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Istanbul boomt nicht mehr

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Die Hagia Sophia in Istanbul ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Türkei

Istanbul hat seine Anziehungskraft verloren. Besuchten vergangenes Jahr noch rund 12,5 Millionen Touristen die Stadt, machen die Urlauber in diesem Jahr einen großen Bogen um die Metropole am Bosporus.

Aufgrund der instabilen politischen Lage und der Terroranschläge müssen sowohl Istanbul als auch die Türkei große Einbußen im Tourismus-Gewerbe hinnehmen. Die Hotels sind weitgehend leer und Sehenswürdigkeiten wie die Hagia Sophia sind quasi vollkommen verwaist. Viele in der Tourismusbranche arbeitende Menschen, zum Beispiel Souvenierverkäufer, stehen vor dem Aus.

Dabei lag Istanbul noch im vergangenen Jahr auf Platz fünf der meistbesuchten Städte der Welt, wie eine Studie von Mastercard zeigt. Lediglich London (18,8 Millionen), Bangkok (18,2 Millionen), Paris (16 Millionen) und Dubai (14,2 Millionen) verzeichneten mehr Touristen. Die beliebteste deutsche Stadt München besuchten nicht einmal ein Drittel so viele Urlauber wie Istanbul.

Ob sich die Lage in den kommenden Monaten bessert, darf bezweifelt werden. Aufgrund des politischen Streits mit Russland meiden auch russische Reisebüros die Türkei.

Dabei stellten die Russen in den vergangenen Jahren die größte Gruppe der ausländischen Touristen in dem Land. Und auch mit der zweitgrößten Gruppe, den Deutschen, gibt es Konflikte. Das zeigt die jüngste Debatte um den ZDF-Satiriker Jan Böhmermann und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Des einen Leid ist des anderen Freud. Wie viele Reiseagenturen berichten sind 2016 vor allem Spanien samt den Balearen und Kanaren, Italien, Kroatien, aber auch Griechenland bei deutschen Urlaubern sehr gefragt. All diese Länder werden in diesem Jahr sehr wahrscheinlich neue Rekorde im Tourismus verzeichnen. Davon können Istanbul und die Türkei derzeit nur träumen.