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Wer hier auf Chrissy Teigens Brüste schaut, verpasst das Wesentliche

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CHRISSY TEIGEN
Wer hier auf Chrissy Teigens Brüste schaut, verpasst das Wesentliche | Instagram
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Das Model Chrissy Teigen kämpfte jahrelang mit Fruchtbarkeitsproblemen, bevor sie ihr erstes Kind zeugen konnte.

Sie brach in Tränen aus, als sie im September 2015 mit Tyra Banks, ebenfalls Model, sprach und zugab, dass sie schon vor sechs Jahren Kinder bekommen hätte, wenn sie dazu in der Lage gewesen wäre.

Einen Monat später verkündete Teigen aufgeregt, dass sie mit ihrem ersten Kind schwanger war. Es wurde durch künstliche Befruchtung gezeugt.

Diese Woche strahlte sie vor Stolz, als sie die Geburt ihrer Tochter Luna verkündete. Jetzt zeigte sie das erste Foto ihres neugeborenen Babys.

Aber statt sich für sie zu freuen, ihr zu gratulieren und gute Wünsche zu senden, machten einige Leute lieber dumme Kommentare. Sie bezeichneten das erste Foto, das sie von sich und ihrer Tochter teilte, als "Eigenwerbung".

Das einzige, worüber die Leute reden, sind ihre Brüste.

hi my lulu!

A photo posted by chrissy teigen (@chrissyteigen) on

Einige Kommentare wurden inzwischen gelöscht. In einem Rausch der Wut in der Kommentarspalte der Daily Mail behaupten Nutzer, sie hätte das Foto nur veröffentlicht, um "sich selbst wichtig zu machen."

"Das ist schamlose Eigenwerbung", schrieb ein Nutzer. "Es hat nichts mit dem süßen Baby zu tun (das etwas Besseres verdient hätte.)"

Andere Kommentare lauteten: "Geht es in dem Bild um ihr Baby oder um ihr Dekolleté und um Aufmerksamkeit?" Und: "Ein reines, unschuldiges Baby und eine Frau, die besessen davon ist, ihre 'Talente' zu zeigen."

Wie verblendet können Leute sein?

Erstens, für alle, die keine Ahnung vom Körper einer Frau nach der Geburt haben: Witzigerweise verändern sich die Brüste. Sie werden größer.

Aber Teigen sollte sich kaum für ihre Brüste rechtfertigen müssen oder dafür, dass sie einen tiefen Ausschnitt hat. Es ist ihr Körper und es ist ihre Entscheidung.

Zweitens hat diese Frau fast sieben Jahre auf diesen Moment gewartet. Sieben Jahre, bis sie Mutter wurde und sieben Jahre, bis sie endlich ihre Tochter im Arm halten konnte.

Ich kann nur erahnen, dass es einer der glücklichsten Tage ihres Lebens war. Trotzdem wollten einige Leute ihr diesen Moment verderben - vielleicht aus Eifersucht oder Langeweile.

Ich tippe mal darauf, dass keiner dieser Menschen je mit Fruchtbarkeitsproblemen zu kämpfen hatte. Sie wissen nicht, wie es ist, Jahre darauf zu warten, Mutter zu werden. Denn wenn sie es wüssten, würden sie nicht dieses Bild oben anschauen und sofort auf Teigens Brüste starren, statt auf die Schönheit des Babys, das sie in ihrem Schoß hält.

Sie würden dieses Foto anschauen und denken, dass es wundervoll ist, dass sich ihr Traum vom Kind endlich erfüllt hat. Für mich ist das sehr besonders.

Mamas teilen solche Momente online. Nicht nur Teigen, auch die meisten anderen prominenten Mütter und sogar jene Mütter, die nicht in den Medien sind. Sie nutzen soziale Netzwerke, um die bedeutendsten Momente ihres Lebens festzuhalten und zu teilen.

Und warum sollten sie das nicht tun?

Teigen hat ihren Bauch, ihre Schwangerschaftsgelüste und ihren sich verändernden Körper bei Twitter und Instagram dokumentiert. Und das auf eine ehrliche und nachvollziehbare Weise. Warum sollte sie jetzt damit aufhören?

Die Psychologin Brenda McLackland sagte vor kurzem, es gäbe etwas am Muttersein, dass uns das Gefühl gibt, "stolz und privilegiert" zu sein.

In der heutigen Gesellschaft würden Mütter solche Momente nicht nur teilen, um sich mit anderen verbunden zu fühlen. Sondern auch, weil es so wichtige Momente in ihrem Leben seien.

Also nein, Teigen benutzt ihre neugeborene Tochter nicht als "Requisite", um ihre Brüste zu zeigen. Sie hat das Foto ihrer Tochter auch nicht gepostet um sich "wichtig zu machen."

Sie ist nur eine stolze Mama, erfüllt von Liebe.

Dieser Text erschien ursprünglich hier bei der Huffington Post UK und wurde aus dem Englischen übersetzt.

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