AfD: Von Storch bekommt Unterstützung - ausgerechnet von einem Muslim

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HAMED ABDELSAMAD
Hamed Abdel-Samad im ARD-"Nachtmagazin" | ARD
Drucken
  • Der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad stellt sich an die Seite von Beatrix von Storch
  • Die hatte mit der Äußerung, dass der Islam nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei, Entrüstung ausgelöst
  • Abdel-Samad fordert dazu auf, zwischen der Religion und den Muslimen als Menschen zu unterscheiden

Die stellvertretende Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Beatrix von Storch, hat mit ihrer Äußerung, dass der Islam nicht mit der Demokratie vereinbar sei, einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Jetzt bekommt sie Unterstützung - ausgerechnet von einem Muslim.

"Wenn jemand sagt, dass Islam und Demokratie nicht vereinbar seien, ist das grundsätzlich nicht falsch", sagte der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad im Interview mit dem ARD-"Nachtmagazin".

"Wo liegt das Problem?"

Auf die Nachfrage, der Moderatorin ob damit von Storchs Position bestätige, antwortet er: "Wo liegt das Problem?" Wenn die AfD sagen würde, dass die Sonne scheint, würde er auch nicht widersprechen.

Abdel-Samad legt darauf Wert, dass er zwischen dem Islam als Religion und als politische Ideologie unterscheidet. "Der Islam ist eine Religion, eine politische Kraft, aber auch eine politische Ideologie, eine Rechtsordnung, eine Gesellschaftsordnung und genau diese Teile des Islams sind problematisch und können nicht Teil Deutschlands werden."

Er selbst sei kein AfD-Wähler und würde die Partei auch nie wählen. Im Gegensatz zu vielen Publizisten sei er aber nicht erpressbar und würde mit jedem reden. Das sei für ihn die "perfekte Streitkultur".

"Islamverbände unterscheiden nicht zwischen dem Islam und den Muslimen als Menschen"

Ich unterscheide zwischen dem Islam als Religion und den Muslimen als Menschen, die viel vielschichtiger sind." Ein Hauptproblem der Integration sei, dass viele genau dies nicht täten.

"Die Islamverbände machen das nicht, die Politik macht das nicht und Rassisten machen das nicht."

Beatrix von Storch hält unterdessen trotz massiver Kritik fast aller Parteien am islamfeindlichen Kurs ihrer Partei fest. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte sie: "Die größte Bedrohung für Demokratie und Freiheit geht heute vom politischen Islam aus."

Sie wies zudem den Hitlerdeutschland-Vergleich des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, scharf zurück.

Mazyek hatte die AfD mit Hitlers NSDAP verglichen und gesagt, erstmals seit Hitler-Deutschland gebe es wieder eine Partei, die erneut eine ganze Religionsgemeinschaft existenziell bedrohe.

Von Storch lehnte diesen Vorwurf ab, indem sie die AfD als harmlos bezeichnete und zu dem Vergleich sagte: "Die Aussage ist eine Verharmlosung der Verbrechen des Dritten Reiches."

Auch auf HuffPost:

Internationale Medien zur Böhmermann-Affäre: US-Zeitung pöbelt über „Merkels Geschwafel"

Korrektur anregen