POLITIK
31/03/2016 08:39 CEST | Aktualisiert 31/03/2016 08:42 CEST

Dieser Schritt der USA hebt den Konflikt mit Russland auf ein neues Level

DPA
Ein polnischer "Leopard"-Panzer während einer Nato-Übung

  • Die USA wollen eine komplette Panzerbrigade nach Osteuropa schicken

  • Dieser Schritt wird ausdrücklich mit der Aggressivität Russlands begründet

  • Panzer sollen durch das Baltikum, Polen, Rumänien und Bulgarien rotieren

Die USA gehen auf Konfrontationskurs mit Wladimir Putin. Sie wollen eine komplette Panzerbrigade an die Ostflanke der Nato verlegen. Begründet wird dies ausdrücklich mit Russlands neuer Aggressivität.

In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Washington hieß es, man reagiere damit auf die Sorgen europäischer Alliierter angesichts einer russischen Aggression.

Das europäische Kommando Eucom erklärte, die Verlegung der Kampfbrigade solle im Februar 2017 beginnen. US-Präsident Barack Obama hatte im Januar höhere Verteidigungsausgaben für Europa angekündigt. Europäische Verbündete der USA fordern seit längerem eine stärkere Truppenpräsenz der Vereinigten Staaten.

Russland will "verstärkte Nato-Präsenz ausgleichen"

Russlands Nato-Botschafter Alexander Gruschko kündigte prompt Gegenmaßnahmen an. "Wir sind keine untätigen Beobachter, wir ergreifen regelmäßig militärische Maßnahmen, die wir für notwendig erachten, um diese verstärkte Präsenz auszugleichen, die durch nichts gerechtfertigt ist", sagte er dem TV-Sender Rossija-24, wie die Agentur Tass berichtete.

Die Brigade soll rotierend zu Übungszwecken in verschiedenen Ländern eingesetzt werden. Das Pentagon machte über die exakten Orte keine Angaben.

Infrage kommen als direkte Nachbarn Russlands die baltischen Staaten und Polen, außerdem Rumänien und Bulgarien.

Nach dem für Ende 2017 geplanten Abschluss der Aufstockung hätten die USA dann drei Brigaden in Europa. Die geplante Verstärkung umfasst demnach 4200 Soldaten, 250 Panzer, außerdem Haubitzen, Kampffahrzeuge und weitere 1700 zusätzliche Fahrzeuge.

Nato wurde wegen Mangel an schweren Waffen in Osteuropa kritisiert

Alle neun Monate sollen in der Größe einer Brigade Truppen ausgetauscht und neues Material nach Europa gebracht werden. "Es wird das modernste Gerät sein, was die Armee anzubieten hat", hieß es. Statisches Gerät wird in einer Versorgungsbrigade in Deutschland, Belgien und den Niederlanden gelagert.

Das Pentagon erklärte, man werde in Europa modernere Truppen der USA und "größere Fähigkeiten" sehen. "Damit setzen wir die Strategie fort, unsere Nato-Alliierten und Verbündete unseres starken und angemessenen Vorgehens angesichts eines aggressiven Russland in Osteuropa und anderswo zu versichern", erklärte Eucom-Oberbefehlshaber General Philip Breedlove in der Mitteilung.

Zuvor war die Nato wegen ihrer geringen Präsenz schwere Waffen in Osteuropa kritisiert worden. So kam die RAND Corporation, ein US-Thinktank, zu dem Schluss, dass Russland das Baltikum in nur drei Tagen überrennen könnte. Grund: In der Region sind keine schweren Panzer stationiert, sondern nur leichte Schützenpanzer vom Typ Strike.

Innerhalb von 36 bis 60 Stunden könne Russland mit seinen 27 schwerbewaffneten Bataillonen die 12 leichtbewaffneten der Allianz beseitigen, sagten die Militärberater.

Offensichtlichen wollen die USA dies nun ändern.

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