POLITIK
31/03/2016 21:09 CEST | Aktualisiert 31/03/2016 21:09 CEST

Erdogans Sicherheitsleute attackieren Journalisten in den USA

Getty
Ein Sicherheitsmann Erdogans im Gerangel mit einer Frau vor dem Brookings Institut

  • Vor einer Rede des türkischen Präsidenten in den USA sollen Sicherheitskräfte Journalisten attackiert haben

  • Die Sicherheitskräfte sollen zu Recep Tayyip Erdogans Leuten gehören

Vor einer Rede des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Washington soll es zu Vorfällen zwischen Sicherheitskräften und Journalisten gekommen sein. Reporter vor Ort berichteten von chaotischen Szenen vor dem Brookings-Institut, wo Erdogan später sprach. Dort hatten sich auch mehrere Demonstranten versammelt.

Ein Journalist sei von türkischen Sicherheitskräften abgeführt worden, ein anderer sei getreten worden, schrieb der Reporter Yochi Dreazen im Kurznachrichtendienst Twitter. Einem Kameramann hätten sie verboten, Filmaufnahmen zu machen.

Veranstalter sind alarmiert

Der stellvertretender Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Ben Rhodes, sagte, man wisse von den Berichten. Das Weiße Haus trete nachdrücklich für Pressefreiheit in jedem Land ein, inklusive der Türkei, sagte er.

Der "National Press Club", eine Vereinigung von Journalisten in Washington, zeigte sich alarmiert. "Der türkische Präsident und sein Sicherheitspersonal sind Gäste in den USA", erklärte Präsident Thomas Burr. Sie hätten kein Recht, gegen Journalisten oder Demonstranten vorzugehen.

Erdogan ist berüchtigt für seinen Umgang mit der Presse

Erdogan hält sich derzeit zu einem Gipfel für nukleare Sicherheit in der US-Hauptstadt auf. Er und Obama sollten am Abend bei einem Essen Gespräche führen. Es handelt sich nach Rhodes Angaben aber nicht um ein bilaterales Zusammentreffen.

Erdogan geht in der Türkei mit großer Härte gegen unliebsame Journalisten vor. Allein in den letzten Tagen hatte es mehrere Vorfälle gegeben. So hatte Erdogan gegen Diplomaten gewettert, die einen höchst umstrittenen Prozess gegen Journalisten beobachteten. Außerdem hatte die Türkei den deutschen Botschafter einbestellt, nachdem die NDR-Satiresendung "Extra 3" Erdogan aufs Korn genommen hatte.

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