Dieser Supermarkt hat das frischeste Gemüse in Deutschland

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Der Handelsriese Metro hat ein deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt gestartet, das international für Aufsehen sorgte: In einer Filiale des Konzerns in Berlin-Friedrichshain hat das Startup Infarm einen sogenannten Kräutergarten eingerichtet. Dabei handelt es sich um ein kleines Gewächshäuschen, in dem direkt im Supermarkt verschiedene Kräuter- und Gemüsesorten angebaut werden.

Das Gewächshaus ist eine rund 5 Quadratmeter große, vertikale Anbauanlage, in der beispielsweise Basilikum und Minze auf einer nährstoffreichen Wasserschicht angebaut werden. Die Technik dafür liefert das Start-up Infarm, das auf den aus den USA kommenden Trend des sogenannten Vertical Farmings setzt.

Zukunftstechnologie "Vertical Farming"

Dabei handelt es sich um eine Zukunftstechnologie, bei der Pflanzen in mehrstöckigen Gebäuden gezogen und geerntet werden. Noch steckt die Technologie in den Kinderschuhen, aber in den USA konnten schon erste Erfolge gefeiert werden. So werden schon Nutzpflanzen auf den Flachdächern von Fabrikhallen in New York angebaut.

Die Vorteile sind klar: Man kann die wachsende Stadtbevölkerung besser mit frischem Gemüse versorgen und die langen Transportwege entfallen. So wird die Umwelt geschont und man kann das Gemüse effizienter sowie ganzjährig anbauen. Kritiker bemängeln allerdings die immensen Energiekosten durch die Beleuchtung und dass die Technik noch nicht ausgereift sei.

Die Befürworter des "Vertical Farmings" basteln aber eifrig weiter an effizienteren Konzepten. Dazu gehören viele Start-ups wie eben auch Infarm. Das Unternehmen versorgt die Metro-Filiale mit dem nötigen Know-how, die eine solche Anbauanlage benötigt.

Frisches und geschmacksintensives Gemüse

Der Konzern wirbt damit, dass die Pflanzen durch die Anbauanlage erst kurz vor dem Verzehr geerntet werden können und so frischer sind als die Produkte, die schon lange Transportwege hinter sich gebracht haben. Metro will mit der Idee vor allem Gastronomen begeistern. "Es schmeckt viel intensiver", versichert Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG.

Ein weiterer Grund für das Pilotprojekt ist sicherlich die Kundenbindung: "Wir stehen vor einer Revolution. Es gab noch nie zuvor so ein großes Interesse daran, woher unser Essen kommt und wie es erzeugt wurde. Das ist eine einzigartige Möglichkeit für Händler, neuartige Kundenbeziehungen aufbauen zu können", sagt Danielle Gould, Gründerin der Innovationsseite für Lebensmittel "Food Tech Connect".