POLITIK

Polizei warnt: Aus diesem Land kommt die neue Mafia – und jeder kann ihr Opfer werden

30/03/2016 16:42 CEST | Aktualisiert 30/03/2016 18:34 CEST

  • Polizei und Innenpolitiker warnen vor einer georgischen Mafia

  • Georgier sollen für viele der Einbrüche und Diebstähle hierzulande verantwortlich sein

  • Viele der Kriminellen aus dem Kaukasus kommen offenbar als Asylsuchende nach Deutschland

  • Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen im Text seht ihr im Video oben

Es waren klare Worte, die Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vergangene Woche fand: Das Problem mit der Kriminalität von Menschen aus Georgien sei "unübersehbar", sagte er bei der Präsentation der Kriminalstatistik des südlichsten Bundeslands.

Und im Gespräch mit der Huffington Post legte er am heutigen Mittwoch nach. Auffällig sind Herrmann zufolge "vor allem Intensivtäter aus Georgien". Im südlichsten Bundesland waren nach Angaben des dortigen Innenministeriums 2015 allein 35 Bürger für 600 Straftaten verantwortlich. "Wir haben sehr stark den Eindruck, dass Georgier verstärkt als Asylsuchende hierher kommen, nur um hauptsächlich Diebstähle zu begehen."

Darüber habe er "heute auch mit dem georgischen Innenminister Giorgi Mgebrishvili besprochen, der bei uns in München zu Gast war“, so der CSU-Politiker gegenüber der Huffington Post. Sein Amtskollege habe "zugesagt, dieses Problem in enger Kooperation mit unseren Behörden noch intensiver anzugehen und eng mit der bayerischen Polizei zusammenzuarbeiten, um die kriminellen Strukturen bereits in Georgien zu zerschlagen“.

"Organisierten Banden wäre derzeit in Europa Tür und Tor geöffnet"

Herrmann hat auch konkrete Forderungen an Brüssel: "Solange diese Probleme nicht gelöst sind, sehe ich Überlegungen der EU, alle georgischen Staatsangehörigen von der Visumspflicht zu befreien, als höchst problematisch an." Denn falls unter den aktuellen Voraussetzungen keine Visumspflicht mehr bestünde, "hätten es die Kriminellen noch viel leichter, bei uns ihr Unwesen zu treiben", ist der Minister überzeugt. Für ihn ist klar: "Organisierten Banden wäre derzeit in Europa Tür und Tor geöffnet."

Für seine Aussagen über georgische Kriminelle wird Herrmann von Teilen der bayerischen Opposition gescholten. Ein Vorwurf: diese seien ausländerfeindlich.

Doch viele Sicherheitsexperten geben dem CSU-Mann Recht. "Georgier sind bei Einbrecherbanden in Deutschland deutlich überrepräsentiert“, sagt Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, im Gespräch mit der Huffington Post. Ein Teil der Kriminellen, die aus der Kaukasus-Region einreisten, würden als vorgebliche Asylsuchende ins Land kommen. „Sie nutzen die Schutzbestimmungen von Flüchtlingen auf Kosten echter Flüchtlinge aus.“

Und der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, warnte bereits im November: Flüchtlinge aus den Kriegsländern "fallen kaum durch Straftaten auf“, sagt er. "Aber mehrere tausend Täter insbesondere aus Georgien, die das Asylverfahren nutzen, um nach Deutschland zu gelangen, nur um hier Straftaten zu begehen."

Das SPD-geführte baden-württembergische Innenministerium klagte vergangene Woche ebenfalls über "auffällig gewordene Asylbewerber“ aus Georgien.

Auch Ex-Geheimdienstler mischen in der Georgier-Mafia angeblich mit. Das BKA hatte bereits 2015 einen 34 Seiten starken Lagebericht zusammengestellt. Er heißt "Georgier und Eigentumskriminalität“. Hauptaussage: Eine russisch-georgische Mafia lenke die Taten. Diese rekrutiere sich zum Teil aus den Reihen der "Diebe im Gesetz“, einer Mafia-Organisation, die sich auch aus alten KGB-Agenten zusammensetzt.

Die nordrhein-westfälische Polizei sprach zuletzt von "russisch-eurasischen Bandenstrukturen“. So würden einem Bericht der Sicherheitsbehörden zufolge Georgier als Asylbewerber eingeschleust, um hier Ladendiebstähle in großem Stil zu begehen.

Einbrüche in Apotheken, Juwelier-Geschäfte und tausende Wohnungen

Wie die "WAZ" berichtet, raubten diese gezielt Apotheken, Juweliergeschäfte und Elektronikläden aus. Schwerpunkte an Rhein und Ruhr seien Dortmund, Hagen, Recklinghausen, Düsseldorf und Köln. 2014 wurden nach Polizeiangaben 1458 Ladendiebe georgischer Herkunft gefasst. Dies seien gut zehnmal so viele wie noch im Jahr 2005.

Laut „WAZ“ sind Georgier sogar in der Spitzengruppe der ausländischen Tatverdächtigen vertreten. Dabei spielen georgische Asylsuchende unter allen Flüchtlingen zahlenmäßig fast keine Rolle - und nicht einmal jeder zehnte Asylantrag von ihnen wird anerkannt.

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