POLITIK
30/03/2016 12:53 CEST | Aktualisiert 30/03/2016 15:33 CEST

Jetzt reagiert die Bundesregierung auf die Erdogan-Satire

dpa

  • Erstmals hat sich jetzt die Bundesregierung zum Eklat um die Erdogan-Satire geäußert

  • Erdogan hatte die Zensur einer deutschen Satire-Sendung gefordert

Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind "nicht verhandelbar", sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Auswärtigen Amts laut "Spiegel Online" in Berlin. Damit reagiert die Bundesregierung erstmals auf die Posse um die Erdogan-Satire der Sendung "Extra 3".

Zum Hintergrund: Zur Melodie von Nenas "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" und Bildern von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayip Erdogan hatten die Macher der Sendung gedichtet: "Sei schön charmant, denn er hat dich in der Hand, Erdowie- Erdowo, Erdogan". Der Beitrag war am 17. März in der ARD zu sehen.

Botschafter machte Haltung zur Meinungsfreiheit klar

Erdogan verlangte daraufhin, dass das Video in Deutschland nicht mehr gezeigt und gelöscht wird. Vorher war der deutsche Botschafter in Istanbul von der türkischen Regierung einbestellt worden.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz sagte laut "Spiegel Online" auch, dass der deutsche Botschafter in der Türkei Martin Erdmann die deutsche Haltung zur Bedeutung der Presse- und Meinungsfreiheit bei seiner Einbestellung ins türkische Außenministerium deutlich gemacht habe.

Sendung jetzt mit türkischen Untertiteln

Wirtz sagte außerdem, dass auch Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Auffassung "bei verschiedenen Gelegenheiten" immer wieder gegenüber der türkischen Regierung erklärt habe.

Der Bundesregierung war vorgeworfen worden, dass sie zu spät auf die Forderung von Erdogan nach Zensur reagiert habe. Wirt wies diesen Vorwurf aber laut "Spiegel Online" zurück. Wirtz habe auf eine Reaktion des Auswärtigen Amts vom späten Dienstagnachmittag verwiesen.

Die Macher der Sendung "Extra 3" hatten auf die Kritik von Erdogan auf ihre ganz eigene Weise reagiert. Sie haben den deutschen Beitrag mit englischen und türkischen Untertiteln versehen.

Auch der Moderator der Sendung Christian Ehring hat sich inzwischen zu dem Vorfall geäußert. Er sagte: "Mir ist die Kinnlade runtergefallen." Und weiter: "Ich wüsste nicht, warum (wir uns bei Erdogan entschuldigen sollten, Anm. d. Red.). Der Song ist ja sehr faktenbasiert. Wir werfen Erdogan nur vor, was viele Journalisten und Politiker schon seit Langem kritisieren."

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