Der kleine Sauna-Knigge – so vermeidest du als Tourist in Helsinki alle Fettnäpfchen!

Eetu Ahanen/Visit Helsinki

Zu Gast in Helsinki – was liegt da näher als der Besuch einer original finnischen Sauna! Aber was hat es mit dem Birkenreisig auf sich? Und muss ich mein Handtuch ablegen? Gemeinsam mit airberlin und Visit Helsinki haben wir dir einen kleinen Sauna-Guide zusammengestellt, mit dem du lauernde „Fettnäpfchen“ elegant umgehst.

1. Die Sache mit Vihta, dem Birkenquast

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Vihta, der berühmte Quast aus Birkenreisig, ist aus der Finnischen Saunakultur nicht wegzudenken. Kein Wunder, denn dieser Vihta hat es in sich: ätherische Öle, die das Atmen erleichtern, Vitamine sowie Harz- und Gerbstoffe für eine schöne Haut. Während der Saunaofen aufgeheizt wird, weichen die getrockneten Zweige in warmem Wasser gründlich ein. Das Wasser wird als Aufguss verwendet und macht die Lungen frei; mit den weichen, nassen Ruten kannst du während des Saunagangs eine wohltuende Klopfmassage durchführen. Du beginnst mit Beinen, Händen und Armen, dann folgen Rücken, Brust und Bauch. Die Massage regt die Blutzirkulation an und verstärkt das Entspannungsgefühl. Achtung: nach dem Saunieren den Quast nicht wegwerfen, sondern wieder an seinen Platz legen, er ist mehrfach verwendbar.

2. Unter die Dusche und „Wasser, marsch“!

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Jeder Saunabesuch beginnt mit einer Dusche – ganz gleich wo auf der Welt. Und das hat nicht nur etwas mit der gewünschten Hygiene zu tun, sondern das Duschen hilft dir auch beim „Loslassen“: Mit diesem kleinen Pflegeritual stimmst du dich auf das Saunieren ein, wäschst bildlich gesprochen auch den Alltag weg und konzentrierst dich nur auf dich. Das warme Wasser öffnet die Poren und du gerätst im Reizklima der Sauna schneller ins Schwitzen – wenn du dich nach dem Duschen gut abfrottiert hast. Die geöffneten Hautporen sind vom ersten Moment an aufnahmebereit für die ätherischen Öle und anderen Vitalstoffe aus dem Birkenquast, die im Aufgusswasser enthalten sind – das Ergebnis: streichelzarte, unwiderstehliche Babyhaut... und der Alltag – welcher Alltag?

3. Handtücher – es kommt eben doch auf die Größe an.

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Wie von einem skandinavischen Land nicht anders zu erwarten, geht es in einer finnischen Sauna herrlich unkompliziert zu. Ein großes Handtuch reicht, und zwar zum Abtrocknen nach dem Duschen. Um die Holzbänke vor Schweiß zu schützen, benutzt der Sauna-Profi ein „pefletti“, ein Minihandtuch zum Draufsetzen. Sich im Liegen auszustrecken ist nämlich nicht üblich: Die Saunen sind meist so gut besucht, dass man aus Platzgründen im Sitzen schwitzt. In öffentlichen Saunen bekommst du ein pefletti zum einmaligen Gebrauch. Falls du nicht gerne nackt saunierst, kannst du dich natürlich bedecken, allerdings ist – auch in gemischten Saunen – textilfreies Schwitzen in Finnland der Standard.

4. Der Aufguss – das Highlight des Saunagangs

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Es ist ein Saunagang wie aus dem Bilderbuch: Du bist ganz entspannt, es riecht angenehm nach Birke und du denkst: Ein Aufguss, das wäre jetzt eine feine Sache. Stimmt! Aber einfach selbst zum Bottich zu greifen und Wasser auf die Steine zu gießen, kommt ohne vorher gefragt zu haben meist nicht gut an. Außerdem lässt der Aufguss – wenn auch nur für kurze Zeit – Temperatur und Luftfeuchtigkeit hochschnellen. Je weiter oben du auf einer Bank liegst, desto stärker spürst du diesen Effekt. Für die Atemwege ist das ein wahrer Genuss, für den Kreislauf kann es etwas anstrengend sein. Im Zweifelsfall also besser auf den „unteren Rängen“ Platz nehmen.

5. Erholungszeit – ruhen oder bewegen?

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Da das Saunieren ein regelrechter Volkssport ist, hat so ziemlich jeder Finne eine andere Antwort auf die Frage, wie du die Pausen zwischen den Saunagängen am besten nutzt. Weder zur Dauer des Saunagangs noch zur Pause gibt es Empfehlungen – außer der einen: Mach’, was dir gut tut! Allerdings stehen Unterbrechungen mit kurzen sportlichen Einlagen hoch im Kurs, wie der Sprung in den See vor der Saunatür. Im Winter ist auch die Variation „Sprung ins Eisloch“ beliebt. Wenn dir das zu heftig ist: Viele Finnen schwören auf eine Runde „Schneerollen“. Und dann wieder ab in den Schwitzkasten!

6. Wenn der kleine Hunger kommt

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Mit vollem Bauch in die Sauna? Da schüttelt jeder Finne mit dem Kopf - auf keinen Fall! Dafür ist vor und während des Saunierens viel Wassertrinken angesagt, um neben Flüssigkeit auch ausgeschwitzte Mineralstoffe zu ersetzen. Und diese Erfrischungsmaßnahme ist wirklich nötig, denn die Temperaturen in einer finnischen Sauna liegen mit um die 100 °C recht hoch. Nach dem Schwitzen kommt dann die Belohnung: Ein kühles Bier oder ein Cidre runden jeden Besuch ab. Außerdem ist es sehr beliebt, ein paar Würstchen zu grillen. Vor diesem Hintergrund ist es noch verständlicher, warum Finnen nie mit vollem Bauch in die Sauna gehen würden...

7. Plaudern oder still sein? Ganz, wie du magst!

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Noch ein Detail, was die finnische Sauna so sympathisch macht: Hier wird nicht nur gemeinsam geschwitzt, sondern auch erzählt und gelacht. Eine moderate Lautstärke und Rücksichtnahme auf die anderen Besucher sind selbstverständlich, aber in einem Café würdest du ja auch nicht herumbrüllen und Leute anrempeln. Übrigens schätzen auch Politiker und Geschäftsleute die Gespräche in der hölzernen Schwitzkabine und es gibt eine Menge Anekdoten, die sich um solche Begegnungen ranken. Lass dir bei deinem nächsten Saunabesuch in Helsinki einfach mal eine erzählen!

Theorie ist gut, Praxis ist besser: Hier findest du viele tolle Infos zur coolsten Stadt im Norden – und zu den besten Saunen Helsinkis! Wie wäre es zum Beispiel mit der letzten öffentlichen Holzsauna der Stadt, der Kotiharju im Viertel Kallio. Ebenfalls spannend ist ein Besuch der traditionellen Kaurila, einer Sauna aus dem 19. Jahrhundert. Für Gemütlichkeit sorgen hier Kerzen, es gibt nämlich kein elektrisches Licht. Worauf wartest du also? Der Kurztrip für den Sommer kann kommen – und airberlin fliegt dich hin.