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29/03/2016 14:27 CEST | Aktualisiert 18/09/2017 22:13 CEST

Tickende Zeitbombe: Experten warnen vor dieser Katastrophe

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Tickende Zeitbombe: Experten warnen vor dieser Katastrophe

Eigentlich wissen wir ja, dass er in vollem Gange ist – aber wir ignorieren ihn trotzdem weitgehend: den Klimawandel. Jetzt überbringen Klimaforscher aber richtig schlechte Nachrichten aus der Antarktis und warnen vor einer tickenden Zeitbombe.

Das arktische Eis taut laut den Wissenschaftlern nicht nur schneller auf als erwartet – es wird auch schwer, etwas dagegen zu unternehmen, sobald der Teufelskreis des großen Schmelzens einen bestimmten Punkt erreicht hat.

Noch bindet der Permafrostboden Treibhausgase

Denn das arktische Eis bindet einen großen Teil der Treibhausgase, die für die globale Erderwärmung verantwortlich gemacht werden. Zu diesen Treibhausgasen zählen Methan und Kohlenstoffdioxid, die in riesigen Reservoiren im arktischen Boden unter Permafrost festgehalten werden. Diese Reservoire beherbergen zweimal so viele Treibhausgase wie die Erdatmosphäre.

Noch.

Durch die warmen Sommer der letzten Jahre schmilzt das Eis massiver als gedacht: Wissenschaftler der University of Alaska und des deutschen Helmholtz Instituts zeigten in einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature Geoscience“ veröffentlicht wurde, dass das Eis in jeder Region der nördlichen Hemisphäre am Schmelzen ist.

Damit könnte bald Stück für Stück der Permafrostboden freigelegt werden. Dieser Boden kann deshalb die Treibhausgase so gut binden, weil er das ganze Jahr über gefroren ist und auf diese Weise die Gase keine Möglichkeit haben, in die Luft zu entweichen.

"Viele Wissenschaftler nahmen bisher immer an, dass dieser kalte Permafrostboden vor der Klimaerwärmung geschützt wäre, aber wir zeigen hier, dass die Decke des Permafrosts, auch wenn es sehr kalt ist, sehr sensibel auf die Erderwärmung reagiert“, sagte Anne Liljedahl, Leiterin der Studie, der "Washington Post".

Ein Teufelskreis könnte einsetzen

Sollte der Permafrostboden Stück für Stück vom schmelzenden Eis freigelegt werden, dann könnte ein Teufelskreis einsetzen, der die Erderwärmung massiv beschleunigt: Die entweichenden Gase würden den Treibhauseffekt ankurbeln und so immer mehr Eis zum Schmelzen bringen. Damit wäre eine Erderwärmung praktisch nicht mehr zu stoppen.

Manche Wissenschaftler hegten die Hoffnung, dass Pflanzen, die sich dann vermehrt in den wärmeren arktischen Regionen ansiedeln würden, diesem Teufelskreis ein Ende setzen könnten.

Das halten aber etwa 100 Klimaforscher für unwahrscheinlich, die ihr niederschmetterndes Fazit in der Fachzeitschrift "IOP Science“ veröffentlichten: "Die Permafrostregion wird die Atmosphäre bis zum Jahr 2100 mit Kohlenstoff versorgen – ungeachtet, welches Erderwärmungs-Szenario eintreffen wird.“ Das heißt, egal was passieren wird: Treibhausgase aus dem Permafrostboden werden in immer größeren Mengen in unsere Atmosphäre aufsteigen.

Können wir diese Entwicklung aufhalten?

Einen Funken Hoffnung gibt es: Die Menschheit könnte diese Entwicklung eindämmen, wenn sie ihre Kohlenstoff-Emissionen aktiv reduziert, schreiben die Wissenschaftler.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, wenn man sich die Ergebnisse der letzten Klimagipfel ansieht. Vielleicht ein zu weiter Weg - denn wenn wir uns bei dieser Lage zu viel Zeit lassen, werden die Folgen uns alle treffen.

Genau vorhersagen kann man die Zukunft zwar nicht, aber höchstwahrscheinlich wird im Falle einer starken Erderwärmung der Meeresspiegel ansteigen und damit werden weltweit ganze Küsten im Wasser versinken. Auch in Deutschland könnten darüber hinaus Naturkatastrophen und heftige Unwetter sowie Überschwemmungen zunehmen.

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