POLITIK
29/03/2016 20:18 CEST | Aktualisiert 29/03/2016 20:21 CEST

Satire-Eklat: Mit dieser Aktion provoziert "extra 3" Erdogan jetzt noch weiter

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Erdogan vs. "extra 3" geht in die nächste Runde

  • Der NDR will den durch Ankara kritisierten Beitrag der Satire-Sendung "extra 3" mit türkischem Untertitel veröffentlichen

  • Das türkische Außenministerium hatte unter anderem die Löschung des Beitrags gefordert

  • Der Sender unterstreicht seine Haltung gegenüber der versuchten Einflussnahme der Türkei

Auf die Forderung des türkischen Außenministeriums, einen Beitrag der Satire-Sendung "extra 3" verbieten zu lassen, reagiert der NDR mit kühler Überlegenheit.

Der zweiminütige Beitrag über den türkischen Präsidenten Recep Erdogan, der offenbar die Gemüter in Ankara erregte, ist weit davon entfernt, gelöscht zu werden. Vielmehr soll er nun sogar noch mit türkischen und englischen Untertiteln versehen werden.

"Freuen uns über die Verbreitung des Videos"

"Ich finde, das ist wichtig und das sollte man machen", sagte Redaktionsleiter Andreas Lange am Dienstag bei NDR Info. Dass die türkische Regierung den deutschen Botschafter wegen des kritischen Beitrags einbestellte, sei eine "neue Stufe" und "bedenklich".

Gleichzeitig freue man sich aber über die Verbreitung des Videos, das nach Bekanntwerden des Vorfalls zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten hatte, zitiert das Medienmagazin "DWDL" Lange.

Auf Twitter geht die Redaktion noch einen Schritt weiter. Dort kürte das Satire-Magazin den türkischen Präsident als "Mitarbeiter des Monats". Ein weiterer Tweet zeigt eine Karikatur des Präsidenten, in der er der Redaktion mit der "Löschung des Internets" (per Feuerlöscher) droht:

"In Deutschland herrscht Presse-und Meinungsfreiheit"

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte den Versuch der Einflussnahme auf die Satire-Sendung durch das türkische Außenministerium nach Bekanntwerden des Eklats scharf kritisiert.

"Dass die türkische Regierung wegen eines extra-3-Beitrags offenbar diplomatisch aktiv geworden ist, ist mit unserem Verständnis von Presse- und Meinungsfreiheit nicht vereinbar", sagte der NDR-Chefredakteur Fernsehen, Andreas Cichowicz, am Dienstag in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur.

In Deutschland sei politische Satire erfreulicherweise erlaubt. "Darunter fällt auch der extra-3-Beitrag."

Mit Material von dpa