POLITIK

Mit dieser ungeheuren Forderung wollte sich Erdogan in Deutschland einmischen

29/03/2016 15:54 CEST | Aktualisiert 29/03/2016 15:57 CEST

Das türkische Außenministerium hat nach Angaben aus diplomatischen Kreisen in Ankara in einem Gespräch mit dem deutschen Botschafter gefordert, die Veröffentlichung einer NDR-Fernsehsatire zu stoppen.

Der Botschafter Martin Erdmann war in der vergangenen Woche wegen eines knapp zweiminütigen Films über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in der Sendung "extra 3" ins Außenministerium einbestellt worden.

Man habe die Ausstrahlung verurteilt, hieß es dazu am Dienstag in den türkischen diplomatischen Kreisen. Die Satire war am 17. März in der ARD zu sehen.

"Mit Pressefreiheit nicht vereinbar"

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat den Versuch der Einflussnahme auf die Satire-Sendung "extra 3" durch das türkische Außenministerium kritisiert.

"Dass die türkische Regierung wegen eines extra-3-Beitrags offenbar diplomatisch aktiv geworden ist, ist mit unserem Verständnis von Presse- und Meinungsfreiheit nicht vereinbar", sagte der NDR-Chefredakteur Fernsehen, Andreas Cichowicz, am Dienstag in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur.

In Deutschland sei politische Satire erfreulicherweise erlaubt. "Darunter fällt auch der extra-3-Beitrag." Eine Beschwerde sei beim NDR bislang jedoch nicht eingegangen.