WIRTSCHAFT
28/03/2016 10:21 CEST | Aktualisiert 28/03/2016 10:45 CEST

So würde die Welt aussehen, wenn alle Menschen Vegetarier wären

Guido Mieth via Getty Images
So würde die Welt aussehen, wenn alle Menschen Vegetarier wären

Vegetarier sein ist in Mode. Anfang der 1980er-Jahre lag der Anteil der Vegetarier in Deutschland bei 0,6 Prozent. Heute verzichten schon zwischen acht und zehn Prozent der Deutschen auf Fleisch.

Für viele von ihnen ist die fleischlose Ernährung eine ethische Entscheidung. Während die meisten Vegetarier vor allem Bedenken gegen das Lebewesen verachtende System der Massentierhaltung haben, geht es einigen - auch - um die massiven umweltschädlichen Folgen, die ein hoher Fleischkonsum verursacht.

Doch welche Folgen hat es wirklich, wenn Menschen Vegetarier werden?

Die Macher des YouTube-Kanals "AsapScience" haben in einem anschaulichen Video durchgerechnet, wie die Welt aussehen würde, wenn jeder Mensch kein Fleisch mehr essen würde.

Das Ergebnis der beiden Kanadier: Derzeit gibt es auf der Welt 20 Milliarden Hühner, 1,5 Milliarden Kühe, über eine Milliarde Schafe und fast eine Milliarde Schweine.

Wenn die Menschen keine Tiere mehr essen, werden immense Flächen Land frei, die anderweitig genutzt werden können. Laut AsapScience betrüge diese gigantische 33 Millionen Quadratkilometer und wäre damit so groß wie Afrika. Und dabei ist noch nicht mal das Ackerland mit eingerechnet, auf dem Tierfutter angebaut wird.

Wasserverbrauch würde dramatisch sinken

Dieses Land könnte sich, wenn es mit Nährstoffen versetzt wird, teilweise in die Graslandschaften und Wälder zurückverwandeln, die vor der Bewirtschaftung dort wuchsen - und damit dem Klimawandel entgegenwirken. Denn je mehr Wälder für die Landwirtschaft gerodet werden, desto weniger Bäume gibt es, die das umweltschädliche CO2 absorbieren können.

Und: Das durch die Ausscheidungen der Tiere entstehende Methan ist für 15 Prozent des Treibhausgases verantwortlich - das ist mehr, als die Abgase aller Flugzeuge, Züge und Autos zusammen produzieren.

Würden alle Menschen sich vegetarisch ernähren, würde das auch den Wasserverbrauch drastisch reduzieren. Von dem fallen weltweit nämlich 70 Prozent auf die Landwirtschaft ab. Bis ein Kilo Rindfleisch beim Supermarkt im Kühlregal landet, wurden dafür beispielsweise 15.000 Liter Wasser benötigt. Für ein Kilo Hühnchen sind es 4000 Liter. Für die Produktion derselben Menge Obst braucht es lediglich 900 Liter Wasser.

Fleischkonsum weltweit steigt

Während in Deutschland der Anteil an Vegetariern inzwischen relativ hoch ist und stetig wächst, ist er in anderen Teilen der Erde noch sehr gering. In den USA und Kanada sind vier bis fünf Prozent keine Fleischesser.

Am höchsten ist der Anteil in Indien. Dort sind 30 Prozent der Bevölkerung Vegetarier. Hier ist der Grund für den Fleischverzicht in vielen Fällen aber schlicht Geldmangel. Parallel zum wirtschaftlichen Wachstum ist in dem Land auch ein erhöhter Fleischverzehr zu beobachten.

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