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28/03/2016 20:38 CEST

Dieser 13-Jährige stand öffentlich gegen Gewalt ein – und wurde jetzt selbst angeschossen

Youtube/ Screenshot
Der 13-jährige Zarriel Trotter wurde auf offener Strasse angeschossen

  • Der 13-Jährige Zarriel Trotter war Teil einer Anti-Gewalt-Kampagne

  • Drei Jahre später wurde er auf offener Straße angeschossen

"Ich will nicht in einer Gemeinde wohnen, in der ich immer wieder hören muss, dass Menschen erschossen werden, umgebracht werden." Dieser erschütternde Satz stammt von Zarriel Trotter, einem Schüler aus Chicago.

Zarriel war 2013 Teil einer berühmten Youtube-Kampagne unter dem Titel "Our Black Boys", die dieses Jahr einen renommierten Preis gewann.

Die Video-Serie machte auf eine dramatische Realität aufmerksam. Die häufigste Todesursache junger, schwarzer Amerikaner: den Tod durch eine Kugel – meist abgefeuert von Gangmitgliedern oder Polizisten.

Angeschossen - nur wenige Minuten von Zuhause entfernt

Nun ist die größte Angst des Jungen Realität geworden: Lokale Medien berichten davon, dass der heute 13-Jährige an diesem Wochenende durch eine Kugel schwer verletzt worden sein soll - und das tatsächlich inmitten "seiner Gemeinde".

Die Tageszeitung "Chicago Tribune" berichtet, dass der Siebtklässler in den unteren Rücken geschossen worden sein soll – nur wenige Straßen von seinem Zuhause in der Chicago West Side entfernt.

Er soll in einen Schusswechsel zwischen zwei Gruppen geraten sein, heißt es in dem Bericht weiter. Mit der Auseinandersetzung hatte das Kind nichts zu tun.

Zarriel ist kein Einzelfall

Zarriels Fall ist leider keine Ausnahme: Erst im März trauerte Chicago um den 16-Jährigen Andre Taylor, einen Highschool-Schüler, der nur wenige Meter von seinem Zuhause erschossen wurde.

Auch wenn das Kriminalitäts-Problem in Chicago bekannt ist - die Zahlen steigen alarmierend. Bis Ende März 2016 wurden 131 Menschen in der amerikanischen Großstadt ermordet - 84 Prozent mehr, als zum selben Zeitpunkt letztes Jahr, berichtet die "New York Times". Die meisten der Toten: junge, afroamerikanische Männer.

"Es wird jeden Tag angsteinflößender da draußen", sagte eine Freundin des verletzten Schülers im Interview mit "The Chicago Tribune". "Junge Menschen in Chicago können nicht mehr raus gehen, ohne zu wissen, ob sie die nächste Person sind, auf die geschossen wird".

Zarriels Botschaft aus der "Our Black Boys"-Kampagne scheint unter diesen traurigen Umständen heute noch genauso aktuell und wichtig wie vor drei Jahren.

"Der Verlust eines schwarzen Jungen ist ein Verlust für Amerika", heißt es im Video. In der Luft hängt weiterhin die Frage, wie viele junge Menschen noch sterben müssen, bevor sich etwas ändert.

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