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Was Glaube mit eurem Gehirn macht, ist erschreckend

25/03/2016 16:39 CET | Aktualisiert 25/03/2016 17:03 CET

  • Laut einer neuen Studie ist bei gläubigen Menschen das analytische Denken teils unterdrückt
  • Dafür ist der für Mitgefühl zuständige Gehirnteil aktiver

Eine neue Studie legt nahe, dass die Bereiche in unserem Gehirn, die für analytisches Denken zuständig sind, bei gläubigen Menschen stärker unterdrückt werden. Im Gegenzug werden die Bereiche, die für Empathie zuständig sind, stärker beansprucht.

Tony Jack, der Leiter der Untersuchung, erläutert in einem Interview mit dem "Independent": "Soweit wir das verstehen können, verlangt der Glaube an eine übernatürliche Kraft, dass wir analytische Fähigkeiten stärker unterdrücken, so dass wir emotionale und soziale Aspekte stärker berücksichtigen können."

Gläubige Menschen haben mehr Mitgefühl

In den Untersuchungen, die mit insgesamt mehr als 500 Probanden durchgeführt wurden, konnte auch festgestellt werden, dass gläubige Menschen empathischer sind.

In vorangegangenen Untersuchungen mit Magnetresonanztomographen konnten die Forscher zwei verschiedene Netzwerke im Gehirn unterscheiden: Ein Neuronen-Netzwerk, welches für analytische Fähigkeiten zuständig ist, und eine Art "soziales" Netzwerk, welches Empathie fördert.

"Es bestehen Spannungen zwischen diesen beiden Netzwerken. Wenn die naturalistische Sichtweise beiseite gedrängt wird, können emotionale Aspekte stärker in den Vordergrund treten. Das erklärt auch, wie sich der Glaube an etwas Übernatürliches in fast allen Kulturen wiederfindet."

Das Gehirn passt sich an die Aufgaben an

Das menschliche Gehirn nutzt nämlich beide Netzwerke, um die Welt zu verstehen und ihr Sinn zu verleihen. Allerdings führen die beiden Netzwerke auch zu Problemen. Werden wir mit einem mathematischen Problem konfrontiert, wird das "soziale" Netzwerk unterdrückt. Stehen wir vor einem moralischen Problem, wird das analytische Netzwerk weniger stark beansprucht.

So ließen sich auch die konstanten Spannungen zwischen Wissenschaft und Religion erklären - das hieße aber auch, dass wir womöglich einen Ansatz hätten, mit dem sich diese Spannungen mildern lassen könnten.

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