POLITIK

Putin macht Witze über Kerrys Tasche - der reagiert ziemlich cool

25/03/2016 07:29 CET | Aktualisiert 25/03/2016 10:21 CET

  • Der russische Präsident machte eine seltsame Bemerkung über die Tasche des amerikanischen Außenministers

  • Doch Kerry hatte die passende Retourkutsche

Staatsbesuche beim russischen Präsidenten sind immer für eine Überraschung gut. Bei einem Besuch Angela Merkels ließ Wladimir Putin einmal eine riesige schwarze Labrador-Hündin ins Zimmer - wohl wissend, dass die Bundeskanzlerin Angst vor Hunden hat.

Das Foto der verkrampften Kanzlerin und des grinsenden Präsidenten wurde später sinnbildlich für die europäisch-russischen Beziehungen. Die Hündin Konni bekam sogar ihren eigenen Wikipedia-Eintrag.

Jetzt bekam der US-amerikanische Außenminister John Kerry bei einem Besuch in Moskau den seltsamen Humor des Russen zu spüren.

"Bestimmt haben sie Geld mitgebracht!"

Putin machte Witze über dessen Aktentasche. Als er den Amerikaner aus dem Flugzeug steigen sah, sei er nachdenklich geworden, sagte er - denn der Minister habe seine Tasche selbst getragen.

Das habe etwas "Demokratisches". Andererseits floriere doch in den USA die Wirtschaft. Daher müsse etwas nicht in Ordnung sein, wenn niemand einem Außenminister die Tasche trage.

Er schloss daraus, dass sich in der Tasche "etwas Wertvolles" befinde."Bestimmt haben Sie Geld mitgebracht, um bei zentralen Themen besser mit uns feilschen zu können", sagte der russische Staatschef vor laufenden Kameras im Kreml. Die Zuhörer lachten.

Putin geht das Geld aus

Putins Witz hatte einen ernsten Hintergrund - ihm geht nämlich tatsächlich das Geld aus. Russland geht durch eine Wirtschaftskrise, die unter anderem durch die westlichen Sanktionen verursacht ist. Deshalb musste der russische Präsident seinen Staatshaushalt drastisch kürzen.

Doch anders als die Kanzlerin blieb Kerry cool. "Wenn wir unbeobachtet sind, zeige ich Ihnen, was in meiner Tasche ist", sagte er. Und fügte hinzu: "Sie werden überrascht sein, positiv überrascht."

Und so kam es: Putin und Kerry haben sich auf eine Stärkung des brüchigen Waffenstillstands in Syrien verständigt.

Syrisches Regime und Opposition sollen Häftlinge austauschen

Nach Treffen sagte Kerry in der Nacht zum Freitag, die Brüsseler Terrorserie in dieser Woche habe die Entschlossenheit noch einmal erhöht, Stabilität in dem Bürgerkriegsland zu bringen.

Der russische Außenminister sagte, Moskau und Washington hätten sich darauf verständigt, ihre Aktivitäten weiterhin zu koordinieren. Kerry fügte an seiner Seite hinzu, die beiden Länder wollten Druck ausüben, damit humanitäre Hilfen in Syrien ausgebaut werden könnten.

Sie hätten sich darauf geeinigt, dass die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad und die syrische Opposition damit beginnen müssten, Häftlinge so bald wie möglich freizulassen.

Der Inhalt von Kerrys Tasche scheint Putin also tatsächlich gefallen zu haben.

Mit Material der DPA

Nachricht eines junge Moslems: Warum Muslime nicht gegen Anschläge protestieren