LIFESTYLE
24/03/2016 15:58 CET

Die Wissenschaft der heilenden Gedanken

Strawberry Mood Photography via Getty Images
Girl with shut eyes in winter forest

Wir alle wissen, dass Körper und Geist eine starke Verbindung zueinander haben. Wir spüren es körperlich, wenn wir im Stress sind, Kummer haben oder ein starkes Glücksgefühl erleben. Andersherum belastet es unsere Psyche, wenn wir zum Beispiel über einen längeren Zeitraum hinweg körperliche Schmerzen haben.

Obwohl wir diese Zusammenhänge täglich vor Augen haben, werden Berichte über die heilende Kraft von Gedanken immer noch häufig belächelt, als Esoterik oder Humbuk abgetan.

Dass dies eine sehr kurzsichtige Denkweise ist, zeigen inzwischen diverse Studien und Untersuchungen.

Warum wirkt ein Placebo?

Wie ließe sich sonst die Wirkung von Placebos erklären? Die Schein-Medikamente enthalten keine Arzneistoffe, haben jedoch eine nachgewiesene Wirkung.

Die Forschungsarbeit von Jens Tretrop vom Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg zeigt beispielsweise, dass allein die Erwartungshaltung von Patienten ausreicht, um ihre Schmerzen zu lindern und ihre Beweglichkeit zu steigern.

Und Tretrop ist bei Weitem nicht der einzige, der eine Wirkung von Placebos nachweisen konnte - auch wenn weiterhin ein großer Bedarf an Studien besteht.

Meditation heilt den Körper

Auch Meditation - also das Training der Gedanken - hat einen nachweisbaren Effekt auf unsere Gesundheit. Sie ist eine Heilmethode, die seit Jahrtausenden besteht und praktiziert wird.

Studien haben belegt, dass Meditation gegen Depressionen, Burn-out, Stress, Schmerzen, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzprobleme, Entzündungen und viele andere Krankheiten wirkt.

Inzwischen gehen einige Mediziner sogar davon aus, dass die Gedanken eines Menschen 50 Prozent seines Heilungserfolgs ausmachen.

Schon nach wenigen Stunden Meditationstraining lassen sich positive Veränderungen im Gehirn nachweisen.

Forscher der Universität Tübingen konnten beispielsweise erstaunliche Erfolge mit meditiationsunerfahrenen Depressions- und Burn-out-Patienten vorweisen, die einmal wöchentlich die sogenannte Achtsamkeits-Meditation praktizierten.

Nach acht Wochen konnten die Wissenschaftler höhere Spannung auf den Hirnrinden der Teilnehmer messen und die Rückfall-Quoten, die bei Depressionen und Burn-out hoch sind, konnten minimiert werden.

Die gute Nachricht ist also: Um die heilende Kraft der Gedanken zu entfalten, ist kein jahrelanges Training nötig. Und: Nicht nur kranke Menschen profitieren vom Gedankentraining.

Denn Meditation fördert auch unsere Kreativität, steigert die emotionale Intelligenz und das Erinnerungsvermögen. Sie verbessert die Konzentration und Entscheidungsfindung, verlangsamt Alterungsprozesse und steigert unser allgemeines Wohlbefinden.

Viele Menschen verstehen unter Meditation den Versuch, an nichts zu denken. Eine scheinbar unmögliche Aufgabe. Dabei geht es vielmehr darum, den Geist wiederholt zu fokussieren. Immer wieder wird die Konzentration auf dem Atem gelenkt, sodass andere Gedanken automatisch ausgeblendet werden.

Heilung mit Hypnose

Zahlreiche internationale Studien belegen auch die Wirksamkeit von Hypnose bei verschiedenen körperlichen und geistigen Erkrankungen. Die Universität Tübingen stellt eine Übersicht von über 200 Studien zur Verfügung.

Die Hypnotherapie wirkt hocheffizient bei Ängsten und Schmerzen, Süchten, Schlafstörungen, Depressionen, Übergewicht, Migräne und vielen weiteren Erkrankungen und auch sie basiert auf geistigen Prozessen.

Es ist sogar nachgewiesen, dass Kindern und Jugendliche Chemotherapien gegen Krebs mit Hypnose besser vertragen.

Die deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie berichtet eine Erfolgsquote von rund 70 Prozent über alle Anwendungsgebiete.

Die heilende Kraft der Gedanken ist also vielfach nachgewiesen und funktioniert im Gegensatz zu Medikamenten ganz ohne Nebenwirkungen. Unser Geist ist stark. Nutzen wir ihn.

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