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24/03/2016 06:47 CET | Aktualisiert 12/01/2017 18:39 CET

Juncker: "Die Terroristen sind durch unsere Schulsysteme gegangen"

dpa
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker

  • Juncker: Terroristen wurden nicht von außen importiert

  • Der EU-Kommissionspräsident verteidigt Belgiens Anti-Terror-Kampf

Nach den Terroranschlägen von Brüssel flammt sie wieder auf, die Diskussion um Migranten. Genauer gesagt geht es um extremistische Zuwanderer, die sich Europa angeblich ins Haus geholt hat.

Dabei geht es laut EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eher darum, die Versäumnisse der europäischen Gesellschaften aufzuzeigen - denn: Die Terroristen seien durch Europas Schulsystem gegangen, erklärt Juncker jetzt im Interview mit der "Welt".

"Das sind Fanatiker, die Namen tragen, die nicht belgisch klingen"

"Die Terroristen von damals (1960er bis 1990er Jahre - Anm. d. Red.), das waren unsere eigenen. Aber wenn ich jetzt mal eine Dimension hinzufüge, die es damals noch nicht gab: das sind religiöse Fanatiker, die Namen tragen, die nicht belgisch, luxemburgisch, deutsch oder französisch klingen", sagte Juncker.

Es mache den Eindruck, erklärt Juncker in dem Interview, als ob der Terrorismus, der Europa heute attackiere, von außen importiert worden sei.

"Dabei wurden diejenigen, die diese Taten begehen, in Wahrheit hier geboren, oft sogar auch ihre Eltern. Sie sind durch unsere Schulsysteme gegangen und haben aktiv an unserem sozialen Leben teilgenommen. Sie vermitteln nur den Eindruck, dass sie von woanders kämen, dabei sind sie von hier!"

Auf die Frage, ob Belgien ein gescheiterter Staat in Sachen Terrorbekämpfung sei, sagte Juncker: "Wer bitte hat im Bereich Terrorismus keine Fehler begangen? Es gab auch im Vereinigten Königreich schlimme terroristische Anschläge, in den 80er und 90er Jahren auch in Deutschland, in Spanien, in Italien und so weiter. Also sollte man jetzt nicht die Belgier belehren." Juncker erklärte, er wolle sich nicht an dieser Art von Missachtung beteiligen.

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