POLITIK

Polizeigewerkschaft: "Auch deutsche Städte werden nicht verschont bleiben"

23/03/2016 06:35 CET | Aktualisiert 23/03/2016 08:47 CET

  • Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft kündigt eine lange Terrorperiode an

  • Auch deutsche Städte würden von Anschlägen betroffen sein

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat die Brüsseler Anschläge als Alarmsignal für ganz Europa bezeichnet. "Wir müssen mit einer langen Terrorperiode rechnen", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Auch die deutschen Sicherheitsbehörden seien gefordert. "London, Madrid, Paris, jetzt Brüssel. Auch deutsche Städte werden davon auf Dauer nicht verschont bleiben."

Wendt forderte ein höheres Tempo bei den Sicherheitsvorkehrungen. In Deutschland werde die Bundespolizei aktuell mit Anti-Terror-Einheiten ausgestattet. Dazu gehöre jetzt auch die Verbesserung der Ausrüstung - wie bessere Schusswesten und schusssichere Helme und gepanzerte Fahrzeuge.

"Bundespolizisten müssen im VW-Bus zu Grenzkontrollen"

"Das geschieht nun sehr hektisch, obwohl die wachsende Bedrohung seit Jahren bekannt ist", sagte Wendt. "Bisher müssen Bundespolizisten noch mit einem normalen VW-Bus zu den Grenzkontrollen fahren."

Die EU-Partner und ihre Sicherheitsbehörden müssten noch enger zusammenrücken und zusammenarbeiten. Der Informationsaustausch zwischen Polizei, Justiz und EU-Behörden sollte verbessert werden. "Wir brauchen ein europäisches Abwehrzentrum."

Zuvor hatte bereits der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, von der EU eine baldige gemeinsame Strategie gegen Terroranschläge verlangt.

"Barrierefreie Zusammenarbeit gegen islamistischen Terror"

"Die europäischen Mitgliedsländer müssen beginnen zu begreifen, dass nur eine gemeinsame Innen-, Justiz- und Sicherheitspolitik, ein uneingeschränkter gemeinsamer Datenaustausch und eine barrierefreie polizeiliche Zusammenarbeit die Menschen in Europa vor dem islamistischen Terror besser schützen kann", sagte er am Dienstag in Berlin.

Es spreche viel dafür, das Beispiel des deutschen Gemeinsamen Terrorabwehrzentrums auch auf die europäische Ebene zu bringen.

Mit Material der DPA

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