POLITIK
22/03/2016 10:39 CET | Aktualisiert 22/03/2016 16:07 CET

Terror in Brüssel - Reaktionen: "Das sind einfach barbarische Taten"

dpa
Nach der Explosion wird der Flughafen Brüssel evakuiert. In Twitter laufen die ersten Reaktionen auf die Geschehnisse ein

  • Politiker zeigen sich schockiert

  • Twitter-Nutzern geben Islam die Schuld

Explosionen erschüttern am Dienstagvormittag Brüssel: Mindestens 23 Menschen sind bei den Anschlägen am Flughafen als auch in einer Metro-Station ums Leben gekommen, Dutzende Menschen wurden verletzt. Selbstmordattentäter versetzen die belgische Hauptstadt in Angst.

Auf Twitter reagieren die ersten auf die schrecklichen Nachrichten aus Brüssel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet die Anschläge in Brüssel als "widerwärtig." Über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert lässt sie auf Twitter mitteilen, dass es nun um "Solidarität mit den Opfern" und "Entschlossenheit gegen die Terroristen" gehe. Die Anschläge in Brüssel "lassen uns alle zusammenstehen."

Der britische Premierminister zeigt sich geschockt und verspricht Belgien zu unterstützen:

Auch der SPD-Politiker Heiko Maas zeigt sich erschüttert:


Auch der österreichische Außenminister Sebastian Kurz meldet sich auf dem Nachrichtendienst zu Wort. Er zeigt sich schockiert:


Ähnliches schreibt auch Die Linke:


Twitter-Nutzer kritisieren den Islam

Und auch abseits der Politik erschüttern die Meldungen aus Brüssel die Twitter-Community:


Auch wenn noch nicht klar ist, wer die Anschläge verübt hat. In den sozialen Netzwerken wird der Islam von Nutzern in den Mittelpunkt gerückt. Anscheinend wollen sie nicht mehr glauben, dass die Religion von den Taten getrennt werden muss. So auch dieser Twitterer:



Andere fordern die Politik zum Handeln auf. So auch zur Grenzschließung, um so Waffenlieferungen an Attentäter zu verhindern:


Für Verwirrung sorgte ein Tweet des AfD-Europaabgeordneten Marcus Pretzell. Er schrieb: "Alle solidarisch mit den Toten. Wann seid ihr endlich solidarisch mit den Lebenden?"

Darunter setzte er den Hashtag #jesuisheuchler, womit Pretzel offenbar falsche Solidarität bei den Terroranschlägen kritisieren will.

Unter AfD-Kritikern sorgte sein Einwand eher für Belustigung: "Fordert die AfD damit nun auch Solidarität mit den Flüchtlingen?", schreibt ein User.

Andere fassten den rechten Shitstorm, der gerade gegen mutmaßlich muslimische Attentäter hereinbricht, in einem anschaulichen Diagramm zusammen.

Auf Twitter stellen sich Menschen vor die Flüchtlinge

Die Instrumentalisierung der Anschläge in der Flüchtlingsdebatte bleibt auch bei Twitter nicht ohne Gegenreaktionen. Manche erheben ihr Wort für Muslime und auch für Flüchtlinge und stellen klar: Diese Gruppen haben nicht per se etwas mit diesen Anschlägen zu tun:


Andere verurteilen die Anschläge an sich. Abseits von Motiven oder Hintergründen:


Vor Schubladendenken, ob bei den Anschlägen oder in der Flüchtlingskrise, rät auch die Türkei-Korrespondentin der Zeit, Oezlem Topcu, ab. "Der Westen" sei genauso wenig Schuld daran wie "die Muslime".

Andere User bringen auf den Punkt, was am Ende zählt, wenn es darum geht, Attentäter für ihr Handeln verantwortlich zu machen. Sollte es sich um IS-Terroristen handeln, spielt die Religion zwar eine wesentliche Rolle. Allerdings ist die Antwort immer im "Diesseits" zu suchen.