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22/03/2016 16:36 CET | Aktualisiert 15/02/2017 15:53 CET

Osteopathie: Alternativmedizin mit ganzheitlichen Heilansatz

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Osteopathie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz - kann aber nicht alles heilen

  • Osteopathie ist eine alternative Heilmethode.

  • Sie verfolgt eine ganzheitlichen, philosophischen Ansatz.

  • Manche Krankenkassen erstatten die Kosten teilweise als freiwillige Zusatzleistung.

Die Osteopathie ist eine alternative Heilmethode: Sie betrachtet den Körper als eine Einheit, deren einzelne Teile in einem komplexen System zusammenhängen. Mit diesem Wissen versuchen Osteopathen die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

Osteopathie - die ganzheitliche manuelle Heilmethode

Schon vor über 130 Jahren hat der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still die Osteopathie als alternative Heilmethode begründet. Er bezeichnete seine osteopathische Theorie als Philosophie.

Er vertrat die Ansicht, dass der menschliche Körper über Selbstheilungskräfte verfügt, die Krankheiten wirksam bekämpfen können. Dabei betrachtet die Osteopathie den menschlichen Körper als Einheit:

Organe, Muskeln, Knochen, Nerven, Blut- und Lymphgefäße und die die einzelnen Systeme umgebenden Faszien (Bindegewebsnetze) müssen untereinander frei beweglich sein. Ist diese Beweglichkeit blockiert, entstehen Beschwerden.

Der Osteopath verfolgt mit seinen Händen den Verlauf der Faszien. So spürt er Verspannungen auf und kann sie durch verschiedene Handgriffe lösen.

Volkskrankheit Rückenschmerzen - auch hier hilft die Osteopathie

Etwa 80 bis 90 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter Rückenschmerzen. Viele dieser Leiden sind chronisch, weil kein zufriedenstellender Grund für die Beschwerden gefunden wird.

Der ganzheitliche Ansatz Osteopathie deckt hier unter Umständen neue Zusammenhänge auf. Betrachtet man die menschliche Wirbelsäule, erkennt man eine faszinierende Konstruktion.

Wie Kettenglieder an einer Schnur umschließen die einzelnen Wirbelkörper das Rückenmark. Die Achse der Wirbelsäule trägt den gesamten menschlichen Körper einschließlich des Rumpfes und der äußeren Extremitäten.

Über Muskeln, Sehnen, Bänder und die Nerven im Rückenmark steht die Wirbelsäule mit allen anderen Bereichen des Körpers in Verbindung. So wird deutlich, wie weitreichend Beschwerden sich tatsächlich auswirken können.

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Die Schulmedizin behandelt in der Regel die Schmerzen, aber meist nicht deren Ursache. In der Osteopathie spielen die Symptome jedoch überhaupt keine Rolle.

Der Therapeut weiß um die möglichen Zusammenhänge zwischen den Rückenschmerzen und möglichen Funktionsstörungen in anderen Körperregionen. Häufig lassen sich Funktionsstörungen ertasten und können durch sanfte manuelle Therapie beseitigt werden.

Nicht selten verschwinden dann auch die Rückenschmerzen, weil ihre Ursache nicht mehr vorhanden ist. Aber auch, wo das aufgrund einer schweren Vorerkrankung nicht vollständig gelingt, kann die Osteopathie dazu beitragen, Schmerzen zu lindern und die Bewegungsfähigkeit zu verbessern.

Osteopathie: ein ganzheitlicher Ansatz für viele Beschwerden

Die Osteopathie widmet sich aber keineswegs nur Rückenbeschwerden. Die Behandlungsmöglichkeiten erstrecken sich über weite Felder. Sie bietet Hilfe für Babys mit Koliken genauso wie für ältere Menschen mit Hüft-, Knie- oder Schulterproblem. Selbst Migräne, Menstruationsbeschwerden, Inkontinenz oder Sodbrennen können unter Umständen gelindert werden.

Aber die Osteopathie stößt auch hin und wieder an ihre Grenzen. Seelische Erkrankungen, Krebserkrankungen, Verletzungen, Brüche und offene Wunden sind für eine Behandlung durch den Osteopathen nicht geeignet.

Osteopathie: keine Garantie für eine komplette Heilung

Es ist aus rechtlichen Gründen unerlässlich, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass es selbstverständlich keine Heilversprechen in der Osteopathie gibt. Für die Wirksamkeit gibt es zudem erst wenige wissenschaftliche Beweise. Das berichtet "Spiegel Online"

Aber: Die Bundesärztekammer in Deutschland geht seit 2009 davon aus, dass zum Beispiel bei chronischen Schmerzsyndromen im Bewegungsapparat eine Wirksamkeit der osteopathischen Behandlung als gegeben anzunehmen ist.

Die Kosten einer solchen Behandlung liegen zwischen 60 und 100 Euro. Manche gesetzliche Krankenkassen erstatten diese anteilig als freiwillige Zusatzleistung, heißt es in dem Artikel weiter.

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