So rechnet Deutschlands bekannteste Ex-Muslima mit Merkels Flüchtlingspolitik ab

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SABATINA JAMES
pr
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Für ihre medienwirksame Islamkritik hat Sabatina James viel geopfert. Nach dem Erfolg ihres Bestsellers "Scharia in Deutschland" traut sich die Ex-Muslima nur noch mit Leibwächtern zum Supermarkt.

In ihrem Buch hat sie einen gemäßigten Islam in Deutschland zum Hirngespinst erklärt. Mangelnde Frauenrechte verurteilt James darin genauso harsch wie den "naiven Integrationsoptimismus" deutscher Flüchtlingspolitik. Für Multi-Kulti-Gegner ist die harte Linie der zum Christentum konvertierten Ex-Muslima Musik in den Ohren.

Radikale Muslime drohten der aus Pakistan stammenden Österreicherin mehrfach mit Mord. Welche Lösungsansätze bietet die scharfe Islamkritikerin angesichts des wachsenden Integrationsbedarfs muslimischer Flüchtlinge?

Im Interview mit der Huffington Post hat Sabatina James erklärt, warum sie in Angela Merkels Haltung zur Flüchtlingspolitik eine Gefahr sieht.

Nach dem Erfolg Ihres Buchs „Scharia in Deutschland“ sind Sie heute auf Leibwächter angewiesen. Bereuen Sie Ihre Entscheidung, das Buch veröffentlicht zu haben?

James: Ich bereue höchstens, dass es noch nicht jeder gelesen hat. Wir müssen die Morddrohungen in Kauf nehmen, damit die Bevölkerung die Wahrheit erfahren kann. Das ist die Realität in Deutschland ohne Durchsetzung der demokratischen Werte.


Sie sagen: „Es ist wichtig, Missstände im real existierenden Islam anzusprechen, anstatt sich auf einen erträumten Reformislam zu
fokussieren.“ Was meinen Sie damit genau?

Ein Reformislam müsste Mohammed mit seiner Gewalt und Entrechtung als Vorbild aufgeben im Sinne einer kritischen Auseinandersetzung, nicht im Sinne einer Vertuschung, das sehe ich noch nicht, schon gar nicht die Anerkennung dafür in der
islamischen Welt. Darauf kann man keine islamische Masseneinwanderung stützen.

Aus Ihrer Sicht würden auch Muslima in Deutschland starke Sehnsucht nach Freiheit haben und unter den patriarchalischen Regeln des Islam leiden. Wie erklären Sie sich die Überzeugung zahlreicher Muslima, die sagen, sie tragen das Kopftuch freiwillig und gerne?

Wer mit der Scharia nicht in Konflikt kommt, braucht sich nicht darüber zu beschweren, kommt aber schlecht zur Demokratie und passt von daher gar nicht hierher. Die Muslima dagegen, die frei sein wollen, müssten unsere Unterstützung gegen die Unterdrückung bekommen, daran fehlt es aber, insbesondere am Zurückschicken der gewaltbereiten Unterdrücker.

Sie warnen vor einem "selbstzerstörerischen Konsens der deutschen Politik im Blick auf die muslimischen Verbände". Was soll
das heißen?

Die deutschen Islamverbände haben sich so lange nicht vom Islamismus gelöst und können so lange keine demokratische Anerkennung erhalten, wie sie sich nicht von der islamischen Menschenrechtserklärung lossagen, nach der Frauen und
Nichtmuslime keine rechtlich gleichwertigen Menschen sein dürfen.

Die Stadt Hamburg hat 2012 vier Islamverbänden in einem Staatsvertrag den Rechtsstatus einer Religionsgemeinschaft
zugesprochen. Ziel war es auch, sie damit zur Einhaltung demokratischer Grundwerte zu verpflichten. Sind solche Versuche
nicht sinnvoll?

Die Akzeptanz der demokratischen Grundwerte gilt nach islamistischer Lesart nur, solange die Muslime in der Minderheit
sind, das ist zu wenig, deswegen muss die islamische Menschenrechtserklärung von den Islamverbänden verurteilt werden, das passiert aber nicht und wird auch nicht verlangt.


In Ihrem Buch erteilen Sie den Chancen auf einen gemäßigten Islam in Deutschland eine Absage. Die gewachsene Zahl an
Muslimen in Deutschland wird sich allerdings nicht in Luft auflösen. Welche Lösungen schlagen Sie für ein künftiges gesellschaftliches Miteinander vor?

Wenn ein Problem ungelöst ist, muss man zuerst den Hahn zudrehen. Dann muss man alle, die sich nicht demokratisieren wollen zurückschicken, so ernst muss man ihren Willen schon nehmen. Danach findet man für den Rest auch Lösungen, sonst nicht.

Was soll denn mit den Flüchtlingen geschehen?

Es gibt 20 Staaten mit Arabisch als Staatssprache, da bräuchte den syrischen Flüchtlingen weder eine andere Sprache noch eine andere Schrift aufgebürdet zu werden. Die islamische Staatengemeinschaft ist 20 mal so groß wie Deutschland, da könnte die Bundesregierung wenigstens mal anfragen. Alles andere ist unehrlich.

Die frühere DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld hatte Angela Merkel zum Tag der Deutschen Einheit Ihr Buch "Scharia in Deutschland" in die Hände gedrückt. Sie blickte auf den Titel und sagte: "Das wollen wir nicht in Deutschland." Was würden Sie ihr bei der Flüchtlingspolitik raten?

Die Bundeskanzlerin lässt genau das zu, was sie angeblich nicht will, sorgt noch dazu für Vervielfältigung und verschließt dann die Augen vor den Folgen, redet sie schön statt sie konsequent zu bekämpfen. Was soll man da noch raten?

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