POLITIK
20/03/2016 10:13 CET | Aktualisiert 30/04/2016 12:06 CEST

Seehofer: "Meine Politik hält die AfD klein"

dpa
CSU-Chef Horst Seehofer: "Meine Politik hält die AfD klein"

  • Horst Seehofer hält Kurswechsel für nötig, um die AfD aufzuhalten

  • Die Flüchtlingspolitik habe sich allerdings schon komplett geändert

  • Er glaubt, seine eigene Politik halte "die AfD klein"

Nach den großen Verlusten von SPD und CDU zugunsten der AfD bei den Landtagswahlen glaubt CSU-Chef Horst Seehofer: Nur mit einem Kurswechsel ist zu verhindern, dass die AfD auf dem Weg zur stärksten politischen Kraft in Deutschland ist.

"Wir müssen etwas ändern", sagte er im Interview mit der "Bild am Sonntag". "Sonst bekom­men wir eine Ent­wick­lung wie in Öster­reich, wo die rechts­ge­rich­tete FPÖ in Umfra­gen die Volks­par­teien SPÖ und ÖVP über­holt hat."

Änderungen - aber nicht nur in der Flüchtlingspolitik

Um dem entgegenzusteuern, muss sich laut dem dem CSU-Politiker nicht nur die Flüchtlingspolitik weiter ändern.

Hier sieht er bereits, dass die Bundesregierung ihre Strategie "komplett geändert" habe, "auch wenn sie das nicht zugibt": „Es ist ganz schlei­chend zu einer Abkehr von der bedin­gungs­lo­sen Will­kom­mens­kul­tur gekom­men. Trotz der Bil­der von der griechisch-mazedonischen Grenze sagt heute kein deut­scher Poli­ti­ker: Grenze auf, lasst alle nach Deutsch­land rei­sen", sagte der Ministerpräsident dem Blatt.

Seehofer will aber auch andere Themen ins Spiel bringen, die angeblich neben der Flüchtlingspolitik Wähler der AfD beschäftige und zu ihrer Wahl motiviere. Er vermutet, dass die Wähler der rechtspopulistischen Partei auch innere Sicherheit, die Reglementierung von Bargeld und die mögliche Bargeldabschaffung bewege. Hier müsse man Antworten geben.

Eigenlob und Merkels Zukunft

Während andere ihm vorwerfen, mit seinem aktuellen Weg am rechten Rand zu fischen, sieht er sich selbst auf dem richtigen Weg: "Meine Politik hält die AfD klein." Nach einer aktu­el­len Umfrage aus die­ser Woche stehe die CSU in Bay­ern bei 48 Pro­zent und die AfD im ein­stel­li­gen Bereich, während sie in anderen Bundesländern über 20 Prozent einfährt.

Seehofer hielt in dem Interview auch an seiner Forderung einer Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr fest. Allerdings glaubt er, dass diese Zahl 2016 ohnehin nicht erreicht würde. Das sei allerdings nicht der Verdienst der Bundesregierung. Stattdessen brüstete er sich selbst damit: "Das alles hat sehr viel mit der CSU zu tun."

In diesem Hochgefühl schließt er selbst einen Verbleib an der Parteispitze der CSU nicht mehr aus. Sein geplanter Rückzug 2018 liege derzeit "im Tiefkühlfach".

Aber nicht nur für sich selbst sieht er eine Zukunft: Auch Angela Merkel hält er trotz der Differenzen für die richtige Kanzlerin: „Ich sehe keine Alter­na­tive. Abso­lut nicht.“

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