Huffpost Germany

Österreich schlägt Alarm: Jetzt wollen 400.000 Flüchtlinge über Bulgarien in die EU

Veröffentlicht: Aktualisiert:
FLUECHTLINGE
Getty
Drucken
  • Flüchtlingsabkommen zwischen Eu und Türkei in Kraft
  • Noch viele Fragen zur Umsetzung offen
  • Österreich schlägt Alarm: Nun kommen 400.000 über Bulgarien

Die von EU-Kommissionschef Juncker beschworene “Herkulesaufgabe” hat in der Ägäis begonnen: Seit Mitternacht ist das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei in Kraft. In der Praxis funktioniert er derzeit noch nicht - und schon jetzt schlagen die ersten Kritiker Alarm.

Der Andrang von Schutzsuchenden ist ungebrochen: Nach Angaben des Krisenstabes in Athen setzten in der Nacht zum Sonntag 875 Menschen von der türkischen Küste auf griechische Inseln über. Am Samstag waren es 1498, am Freitag 670.

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sieht das offensichtlich als Zeichen, dass der Pakt nichts an der Zahl der Flüchtlinge ändert, die nach Mittel- und Nordeuropa wollen. Ziel des Abkommens ist es, dass Tausende Flüchtlinge von Griechenland in die Türkei zurückgeschickt werden können.

Mikl-Leitner will Grenzen so rasch wie möglich dicht machen

Wie die österreichische “Kronen”-Zeitung berichtet, spricht sich Mikl-Leitner nach wie vor dafür aus, die Grenzen so rasch wie möglich ‘dicht zu machen’ - und malt mal wieder den Teufel an die Wand.

Am Sonntag warnte die Politikerin in der Pressestunde des ORF davor, dass 400.000 Flüchtlinge über Bulgarien in die EU kommen, nun da die Route über Griechenland versperrt sei.

Und: Noch immer würden an die 700.000 Menschen hoffen, über die Balkanroute und Mazedonien in die EU zu gelangen, sagte sie im österreichischen Fernsehen. Wenn sie realisierten, dass die Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien unüberwindbar sei, könnten sie sich jenen 400.000 anschließen, die schon jetzt Bulgarien als "Transitland" in die EU ansehen. Das wäre insgesamt mehr als eine Million, so Mickl-Leitner.

Österreich will wenn nötig weitere Zäune bauen

Die Innenministerin sei wenn notwendig bereit, alle 13 Grenzübergänge ihres Landes geschlossen zu halten und mit Militär überwachen zu lassen. “Wir müssen Österreich und Europa zu einer Festung ausbauen”, sagte sie im ORF. Die gemeinsamen Beschlüsse müssten funktionieren und die EU müsse zusätzlich wachsam sein, weil es Ausweichrouten gebe.

Für ihre harschen Forderungen zur Grenzsicherung stand Mikl-Leitner in den letzten Monaten wiederholt in der Kritik. Dennoch bleibt sie bei ihrem harten Kurs. Wenn nötig wolle Österreich auch noch weitere Zäune wie den in Spielfeld bauen, so die Politikerin am Sonntag.

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit dem Spendenportal Betterplace.org stellt die Huffington Post spannende Projekte vor, die ihr direkt unterstützen könnt:

Auch auf HuffPost:

Dieses Land will Flüchtlinge aufnehmen – aber die wollen nicht dort leben