POLITIK
21/03/2016 04:06 CET | Aktualisiert 21/03/2016 04:12 CET

Dieser Zettel könnte das Rätsel um den Pariser Terror-Plan lösen

AP
Bei der Festnahmen fiel dem Terror-Verdächtigen Abdeslam ein Zettel aus dem Hosenbein

  • Der am Samstag in Brüssel festgenommen Terrorverdächtige Salah Abdeslam soll weitere Anschläge geplant haben

  • Bei der Festnahme fiel ein rätselhafter Zettel aus seinem Hosenbein

  • Frankreich fordert eine rasche Auslieferung

Ein geheimnisvoller Zettel, der dem Terrorverdächtigen Salah Abdeslam bei der Festnahme aus dem Hosenbein rutschte, gibt Rätsel auf. Abdeslam war am Samstag in Brüssel festgenommen worden.

Auf Fotos ist zu sehen, wie das Papier aus seiner Hose fällt und im Bordstein liegt. Ist es die Liste eines neuen Terrornetzwerks? Ein Terror-Plan? Möglich wäre es.

Abdeslam plante weiter Anschläge

Denn Abdeslam soll nach den Anschlägen von Paris weitere Attacken vorbereitet haben. Bei seiner Vernehmung habe Abdeslam neue Terrorpläne eingestanden, außerdem habe er möglicherweise Zugang zu mehreren Waffen gehabt, sagte der belgische Außenminister Didier Reynders am Sonntag.

Dazu passend: Paris-Attentäter Abdeslam: 10 Dinge, die wir über den derzeit meistgesuchten Mann Europas wissen

"Wir haben eine Menge Waffen gefunden, schwere Waffen bei den ersten Ermittlungen, und wir haben ein neues Netzwerk von Leuten in seiner Umgebung in Brüssel gesehen." Abdeslam selbst habe gesagt, dass er "bereit war, von Brüssel aus etwas Neues anzufangen", sagte Reynders bei einer Sicherheitskonferenz der Stiftung German Marshall Fund in Brüssel.

Abdeslam war wegen der Pariser Terrorserie vom November monatelang gesucht und am Freitag schließlich in einer Wohnung im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gefasst worden, nur 500 Meter entfernt vom Haus seiner Eltern.

abdeslam terror plan

Wie das Magazin "Politico" berichtet, soll ihm eine Pizzabestellung zum Verhängnis geworden sein. Eine Frau in einer observierten Wohnung bestellte eine auffällig große Anzahl an Pizzen.

Zuvor hatte die Polizei einen Fingerabdruck von Adeslam auf einem Glas in eine Terroristen-Wohnung gefunden. Der Abdruck überzeugte die Polizei, dass Abdeslam sich weiterhin in Brüssel aufhielt. Medien hatten berichtet, dass sich der Verdächtige nach Syrien oder Marokko abgesetzt hätte.

Frankreich fordert eine rasche Auslieferung

Er soll bei den Pariser Anschlägen mit 130 Toten eine tragende Rolle gespielt haben. Nach französischen Angaben sollte er sich beim Länderspiel Deutschland gegen Frankreich im Stade de France in die Luft sprengen, zog den Plan aber nicht durch, sondern floh.

Nach der Festnahme forderte Interpol strengere Grenzkontrollen in Europa, um mögliche Komplizen Abdeslams zu fassen, die nun untertauchen wollten. Besonders solle auf gestohlene Pässe geachtet werden, wie sie mehrere der Pariser Attentäter verwendet hatten.

Der bei der Razzia ins Bein geschossene Abdeslam ist in der Hochsicherheitsabteilung eines Gefängnisses außerhalb von Brügge untergebracht. Frankreich fordert eine rasche Auslieferung, am Mittwoch soll der 26-Jährige vor Gericht erscheinen.

Abdeslam beharrt nicht auf seinem Recht zu schweigen

Belgiens Justizminister Koen Geens sagte dem Sender RTL, das Prozedere könnte möglicherweise zwei oder zweieinhalb Monate dauern.

Abdeslams Verteidiger Sven Mary kündigte an, sich gegen die Auslieferung zu stemmen - auch weil sein Mandant die Anti-Terror-Ermittlungen in Belgien voranbringe. "Salah ist für die Ermittlung sehr wichtig. Ich würde sogar sagen, er ist Gold wert. Er kooperiert, er kommuniziert, er beharrt nicht auf seinem Recht zu schweigen."

Dem Pariser Staatsanwalt François Molins drohte Mary mit rechtlichen Schritten, weil dieser bei einer Pressekonferenz am Samstag vertrauliche Informationen preisgegeben habe. Konkret bezog sich der Anwalt auf die Aussage, wonach Abdeslam vor seinem Anschlag im Stade de France einen Rückzieher gemacht habe.

"Es ist ein Verstoß, und das kann so nicht durchgehen", sagte Mary dem Sender RTBF.

Mit Material der AP

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