LIFESTYLE
18/03/2016 16:27 CET | Aktualisiert 18/03/2016 17:07 CET

Akute Leukämie: An den Folgen dieser Erkrankung starb Westerwelle

dpa
Guido Westerwelle litt an Leukämie. Was sich hinter der Krankheit verbirgt

Guido Westerwelle ist tot, er wurde 54 Jahre alt. Seit dem 20. Juni 2014 war bekannt, dass der FDP-Politiker an einer akuter myeloischer Leukämie (AML), einer bösartigen Erkrankung des blutbildenden Systems. An den Folgen des Blutkrebses ist er am 15. März 2016 gestorben.

Leukämie ist eine eher seltenere Krebsart. Laut des Krebsinformationsdienstes erkrankten zum Beispiel nach den aktuellsten Daten im Jahr 2012 rund 12.600 Menschen an dem sogenannten Blutkrebs.

Die meisten von ihnen sind Erwachsene, die an den verschiedenen Leukämieformen leiden. Jeder zehnte von ihnen erkrankt zum Beispiel an akute lymphatische Leukämie. Ähnlich häufig ist die chronische myeloische Leukämie.

Was passiert im Körper bei Leukämie?

Bei jedem Vierten wird jedoch AML diagnostiziert - so auch bei Guido Westerwelle. Obwohl damit die akute myeloische Leukämie die häufigste Form des Blutkrebses ist, ist die Erkrankung insgesamt gesehen selten. Pro Jahr gibt es 3,5 Neuerkrankungen unter 1000 Personen, heißt es auf der Seite des Kompetenznetzes Leukämie.

Das bedeutet, in dem Blutsystem der Betroffenen entarten sogenannte myeloische Zellen - also zum Beispiel rote Blutkörperchen, Blutplättchen und manche weiße Blutkörperchen - und vermehren sich unkontrolliert. Die kranken, leukämischen Zellen beeinträchtigen die Organe, denn gleichzeitig bildet der Körper auch zu wenig gesunde Blutzellen.

Bis aber eine Funktionseinschränkung der betroffenen Organe bemerkt wird, können Monate oder sogar Jahre vergehen. Manche Patienten haben dem Kompetenznetz zufolge kaum Beschwerden.

Welche Symptome hat Blutkrebs?

Das ist auch der Grund, weshalb AML und chronische Leukämie-Erkrankungen meist zufällig entdeckt werden. So auch im Fall von Guido Westerwelle. Bei ihm war die Leukämie bei einer Voruntersuchung zu einer Knie-Operation diagnostiziert worden.

Die AML-Symptome entwickeln sich meist innerhalb weniger Wochen. Sie sind jedoch nicht immer spezifisch auf die Leukämie zurückzuführen. Viele von ihnen können auch im Rahmen einer harmloseren Erkrankung auftreten, schreiben die Informationsseiten.

Als "sehr häufige Symptome" klassifiziert das Kompetenznetz die folgenden:

  • Blutarmut (also die Verminderung der roten Blutkörperchen): Sie führt unter anderem zu Blässe, Müdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit, allgemeiner Schwäche und Unwohlsein.
  • Fieber, aber auch möglicherweise erhöhte Infektanfälligkeit gehen zurück auf die Verminderung der weißen Blutkörperchen.
  • Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit entstehen durch die Vergrößerung von Milz und/oder Leber.
  • Vermehrung der Leukozyten ist zurückzuführen auf die durch die Überproduktion der sogenannten lymphatischer Blasten.

Bei Verdacht auf eine Blutkrebserkrankung sind umfangreiche Untersuchungen des Blutes und Knochenmarks notwendig. Dadurch kann gegebenenfalls der Verdacht bestätigt und die Art der Leukämie festgestellt werden.

Ist AML heilbar?

Wie Guido Westerwelle sollten die Betroffenen direkt nach der Diagnose die Behandlung beginnen. Denn unbehandelt führt AML dem Kompetenznetz zufolge innerhalb weniger Wochen zum Tode. "Der wichtigste Bestandteil der Behandlung ist die Chemotherapie mit einer begleitenden Therapie zur Behandlung der Nebenwirkungen", heißt es auf der Seite weiter. Eine weitere Möglichkeit ist zudem eine Stammzelltransplantation.

Früher dagegen galt die Krebserkrankung von Guido Westerwelle als unheilbar. Doch die Chancen der Betroffenen haben sich aufgrund der Forschungsarbeit bereits verbessert. Aber akute myeloische Leukämie bleibt eine schwere Erkrankung.

Wo bekommt ihr mehr Informationen zu Leukämie?

Betroffene, Angehörige und Interessierte können sich auf verschiedenen Seiten über Blutkrebs und die verschiedenen Formen der Leukämie informieren. Drei Beispiele:

Solche Seiten können aber nie eine medizinische Untersuchung ersetzen.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Gesponsert von Knappschaft