WIRTSCHAFT
17/03/2016 13:34 CET | Aktualisiert 17/03/2016 15:31 CET

Warum das bedingungslose Grundeinkommen einen Versuch wert ist

Isabel Pavia via Getty Images
Warum das bedingungslose Grundeinkommen einen Versuch wert ist

  • Die Schweiz stimmt im Juni über ein bedingungsloses Grundeinkommen ab

  • Albert Wenger spricht sich für die Einführung aus

  • Das Grundeinkommen biete ihm zufolge nur Vorteile

Im Juni werden die Schweizer über die mögliche Einführung eines Grundeinkommens von monatlich 2500 Schweizer Franken (circa 2280 Euro) abstimmen.

Und je näher die Abstimmung kommt, desto mehr Anhänger findet die Idee: Der Risikoinvestor Albert Wenger spricht sich gegenüber dem Schweizer Nachrichtenportal "20 Minuten" für das Grundeinkommen aus.

Niemand würde aufhören zu arbeiten

"Keiner sollte sich mehr fragen müssen, ob er morgen genug zu essen hat oder nicht. Es geht dabei vor allem um eine Verteilung von Gütern. Allerdings ist es wichtig, dass der Markt die Verteilung regelt und nicht der Staat.", sagte er gegenüber "20 Minuten".

Warum das bedingungslose Grundeinkommen einen Versuch wert ist

Viele Kritiker setzen dem entgegen, Menschen würden aufhören zu arbeiten, wenn man ihnen ohne eine Leistung ihrerseits Geld geben würde.

Das sei jedoch aus Sicht Wengers eine Fehleinschätzung. Er glaubt, dass sich ein relativ geringes Grundeinkommen von 2500 Schweizer Franken kaum auf das Arbeitspensum der Menschen auswirken werde.

Es würde technische Entwicklungen begünstigen

"Der Unterschied zu heute wird sein, dass die Leute nicht mehr bereit sein werden, die schlechten Jobs wie WC-Putzen für einen Tieflohn zu machen." Doch das würde lediglich die technische Entwicklung von Robotern voran treiben, die eh schon im vollen Gange sei.

Viele Jobs, die mit manueller Arbeitern zu tun haben, würden in einigen Jahren sowieso von Robotern ausgeführt. Das wird Jobs kosten. Das Grundeinkommen würde die Existenz dieser Menschen sichern.

"Lediglich zwei Gruppen reduzierten ihr Arbeitspensum

Das Grundeinkommen würde auch das Ausführen wichtiger Tätigkeiten erst möglich machen, die in der jetzigen Dienstleistungsgesellschaft zu kurz kommen.

Zum Beispiel, sich um kranke Angehörige zu kümmern. "Mincome"Ein Experiment, das in den Siebzigerjahren in Kanada durchgeführt wurde, bekräftigt diese Annahme. In der kanadischen Gemeinde Dauphin erhielten bedürftige Anwohner auf Antrag bedingungslose Zuschüsse.

"Lediglich zwei Gruppen hätten ihr Arbeitspensum deutlich reduziert: junge Mütter, die sich um die Kinder kümmerten und Jugendliche, die länger zur Schule gingen", berichtet das Schweizer Nachrichtenportal "Blick".

Es gibt nicht nur Befürworter

Es sind längst nicht alle von den Vorteilen des bedingungslosen Grundeinkommens überzeugt, die Schweizer Regierung etwa lehnt den Vorschlag ab. Und auch in Deutschland sehen viele das Grundeinkommen als Risiko für die Wirtschaft.

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