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17/03/2016 21:23 CET | Aktualisiert 18/03/2017 10:12 CET

Peinliche Suff-Tweets? Ein US-Programm kann sie erkennen

Wer kennt das nicht? Ein paar Bier kippen und fröhlich Nachrichten verschicken.

Alkohol trinken und das Handy oder den PC in der Nähe zu haben - das ist eine unheilvolle Kombination. Betrunken Nachrichten schicken, ganz gleich ob per E-Mail oder SMS, oder vielleicht auf den Social-Media-Plattformen Facebook oder Twitter fröhlich posten, das geht meistens nicht gut aus. Wissenschaftler der amerikanischen University of Rochester haben sich dieses Phänomen für eine Studie zu Nutzen gemacht, wie "MIT Technology Review" berichtet.

Die Forscher analysierten dazu 11.000 Tweets, die in der ersten Hälfte des Jahres 2014 in New York City und Monroe County im US-Bundesstaat New York mit Hashtags versehen waren und geolokalisiert werden konnten. Aus ihnen haben sie alle Nachrichten herausgefiltert, in denen Wörter wie "Alkohol", "betrunken", "Bier" oder "Party" vorkamen. Dann wurde festgelegt, ob es sich bei den Tweets um allgemeine Aussagen zu alkoholischen Getränken handelte oder ob diese unter Alkoholeinfluss abgeschickt wurden. Zudem wurden Wörter wie "Bar", "Badezimmer", "Sofa", "Fernsehen" oder "Endlich zu Hause" in den Hashtags berücksichtig.

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Betrunken twittern in New York

Diese Daten dienten als Grundlage für die Analyse der Wissenschaftler, die damit einen Algorithmus entwickelten, der ihnen mitteilte, wann und wo die Twitter-Nutzer getrunken hatten. Die Ergebnisse verglichen sie mit Karten von New York City und Monroe County. Dadurch entstanden sogenannte "Heatmaps" des Alkoholkonsums. Das Ergebnis: In New York City gibt es mehr Alkohol-Tweets als in Monroe County. Die New Yorker trinken und tweeten lieber von zu Hause oder in der Nähe ihrer Wohnung, während die Bewohner von Monroe County sich recht weit weg bewegen von ihrem zu Hause.

Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass häufiger betrunkene Tweets in der Nähe von Bars oder Geschäften, die Alkohol verkaufen, abgeschickt wurden. Da diese Methode aber etliche Personengruppen ausschließt, ergeben sich keine Grundsatzaussagen über die Rahmenbedingungen von Alkoholmissbrauch. Eine Vertiefung der Studie ist daher bereits vorgesehen.

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