POLITIK
17/03/2016 04:01 CET | Aktualisiert 17/03/2016 04:02 CET

Deshalb zeigt der Nato-Einsatz gegen Schlepper keine Wirkung

AP
Das deutsche Versorgungsschiff Bonn führt den Nato-Einsatz in der Ägäis an

  • Durch den Nato-Einsatz in der Ägäis kam es zu keinem Rückgang der Flüchtlingszahlen

  • Die Nato erklärt, dass Schlepperboote ihren Schiffen geschickt ausweichen

Seit über eine Woche läuft der Nato-Einsatz gegen Schleuserboote in der Ägäis - doch die Zahl der nach Griechenland übersetzenden Flüchtlinge ist dadurch noch nicht gesunken.

Jetzt erklärt die Nato, warum ihr Einsatz keine Wirkung zeigt. Die Flüchtlings-Schleuser in der Türkei weichen den Nato-Schiffen geschickt aus.

Die 20 bis 40 Flüchtlingsboote pro Tag suchten sich ihre Routen danach aus, wie der Nato-Verband mit seinen sieben Schiffen aufgestellt sei, sagte Nato-Kommandeur Jörg Klein der Deutschen-Presse-Agentur.

"Die Schleuser sind sehr flexibel"

"Wenn wir da sind, wirkt das. Aber die Schleuser sind sehr flexibel und verlagern ihre Schwerpunkte."

Die Präsenz an einzelnen Küstenabschnitten reicht laut Klein nicht aus. "Wenn sie Lesbos abriegeln, dann ist zu erwarten, dass sich die Flüchtlingsströme andere Wege suchen", sagte der Flottillenadmiral, der mit dem Versorgungsschiff "Bonn" in der Ägäis unterwegs ist.

"Deswegen ist es sinnvoll und auch geplant, die Nato-Aktivität möglichst rasch auf weitere Küstengewässer in der Ägäis auszuweiten."

Kein Unterschied zu den Flüchtlingszahlen der Vorwoche

Bisher hat der Nato-Einsatz noch nicht zur gewünschten Eindämmung der Flüchtlingsbewegung von der Türkei nach Griechenland geführt. In der ersten Woche unterschieden sich die Zahlen kaum von denen der Vorwoche.

Der Nato-Verband überwacht bisher nur den Seeraum zwischen der Türkei und Lesbos. Auch dort haben die Flüchtlingszahlen aber nicht abgenommen.

Klein hält es trotzdem für verfrüht, daraus Schlüsse zu ziehen. Die Flüchtlingsbewegung werde auch von der Logistik der Schleuser, den Wetterbedingungen oder der Kommunikation über soziale Medien beeinflusst, sagte er.

Die Kooperation mit den Küstenwachen Griechenlands und der Türkei wertete er als "ausgezeichnet".

Mit Material der DPA

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