POLITIK

Nasa liefert eine schockierende Erklärung für das Chaos im Nahen Osten

16/03/2016 10:39 CET | Aktualisiert 16/03/2016 13:26 CET

  • Nasa-Wissenschaftler stellen fest, dass im Nahen Osten eine historische Dürre stattfindet

  • Sie sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der Dürre und dem Ausbruch des Syrien-Krieges

  • Der Wassermangel wurde vermutlich durch den Klimawandel ausgelöst

Kriege, Aufstände, Terror - wenn vom Nahen Osten die Rede ist, beherrscht meist Gewalt die Nachrichten. Warum brach das Chaos gerade in den letzten Jahren in dieser Region aus?

Nasa-Wissenschaftler liefern eine überraschende Antwort. Die Region ging durch eine historische Dürrperiode, die zu Wanderungsbewegungen in der Region führte und soziale Konflikte verschärfte.

Die Dürre im Nahen Osten von 1998 bis 2012 war nach Erkenntnissen der Nasa die schlimmste in der Region in den vergangenen 900 Jahren. Dies ermittelten die Wissenschaftler durch Untersuchung von Baumringen in mehreren Ländern der Region. Im Muster bildet sich ab, ob der Baum viel oder wenig Feuchtigkeit zur Verfügung hatte.

Dürre ist vermutlich auf menschlich gemachten Klimawandel zurückzuführen

Nasa-Studienautor Ben Cook sagte, es habe in den vergangenen 900 Jahren diverse extreme Wetterereignisse gegeben. Aber: "Diese jüngste Dürre sprengt die natürliche Bandbreite", erklärte Cook. Die Ergebnisse sprächen wie andere Studien dafür, dass die Menschheit für die extremen Klimaereignisse mitverantwortlich sei.

Die Wissenschaftler sehen eine direkte Verbindung zwischen der Dürre und dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien.

Im vergangenen Jahr hatten amerikanische Forscher bereits nachgewiesen, dass die große Dürre für den Zusammenbruch der syrischen Landwirtschaft mitverantwortlich war. In der Folge zogen 1,5 Millionen Syrer vom Land in die Städte.

Die Entwicklung trug zur Verschlechterung der Lage vor dem Aufstand im März 2011 bei, der sich schließlich zum Bürgerkrieg auswuchs.

Elend der Kleinbauern führte zu Protesten gegen Assad

Die Friedensforscherin Christiane Fröhlich vom Klimaexzellenzcluster CliSAP der Universität Hamburg schrieb schon im Februar 2015, dass aufgrund der Dürre viele Kleinbauer aus dem Nordosten des Landes in den Süden flohen: "Dort wurden im März 2011 auch erste Stimmen gegen das Regime al-Assads laut. Die Proteste wuchsen zu einem Bürgerkrieg, der bis heute andauert. "

Die Autoren der Nasa-Studie äußern sich nicht abschließend zu dem Grund für die Dürre. Sie sehen allerdings durch ihre Untersuchung frühere Studien bestätigt, die den Klimawandel für die ausgeprägte Trockenheit verantwortlich machen.

"Wir können nun mit einigermaßen großer Gewissheit sagen, dass das, was wir in diesem Teil der Mittelmeerregion beobachten, von der natürlichen Variation vermutlich abgegrenzt werden kann", erklärt Cook.

Modelle würden vorhersagen, dass die Region mit einem Voranschreiten der Klimaerwärmung immer trockener wird. Schon jetzt drohen politische Konflikte aufgrund eines Mangel an Trinkwasser in der Region.

Der Nahe Osten wird also nicht zur Ruhe kommen.

Mit Material der AP

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