LIFESTYLE
16/03/2016 17:09 CET

Es gibt endlich einen Beweis, dass Depressionen keine reine Geisteskrankheit sind

amana productions inc via Getty Images
Young man sitting on bed and holding head

Für den Fall, dass du noch mehr Beweise dafür benötigst, dass geistige Gesundheit gleich körperliche Gesundheit ist.

Hier wird nun eine weitere freundlich-wissenschaftliche Erinnerung daran geliefert, dass deine geistige Gesundheit nichts ist, was du selbst kontrollieren kannst. Depressionen sind eine Krankheit, die deinen gesamten Körper beeinträchtigen – möglicherweise auch auf Zellebene, so eine neue Studie.

Forscher der Universität von Granada führten eine Meta-Analyse von 29 vorhergegangenen Studien durch und konzentrierten sich dabei besonders auf Biomarker in Zellen von Menschen, die an Depressionen litten, bevor und nach einer Behandlung mit Antidepressiva und verglichen sie mit denen einer gesunden Kontrollgruppe.

Besonderes Augenmerk galt dabei den Levels der Malondialdehyde, Biomarkern im Körper, die auf eine Verschlechterung der Zellstruktur sowie auf oxidativen Stress hinweisen. Dabei fanden sie einen Zusammenhang zwischen Depressionen und einem erhöhten Level dieses Biomarkers.

Oxidativer Stress tritt auf, wenn der Körper freie Radikale überproduziert und diese aufgrund dessen nicht entsprechend ausspülen kann. Freie Radikale sind Moleküle, die Proteine, Lipide und auch die DNS des Körpers negativ verändern können und so eine Reihe von Krankheiten auslösen. Z

war ist ein Zusammenhang von Depressionen und oxidativem Stress noch nicht bekannt, so deutet die Studie hier doch eine Verbindung an.

Vor der Behandlung hatten Personen, die an Depressionen litten, einen erhöhten Malondialdehyd-Spiegel und niedrige Werte des Antioxidans Zink und Harnsäure, was auf oxidativen Stress hinwies. Nach einer Behandlung jedoch sank der Malondialdehyd-Spiegel so signifikant, dass sich der Spiegel kaum von dem eines gesunden Menschen unterschied.

Dieser Fund legt nahe, dass eine Depression „als eine systemische Erkrankung betrachtet werden sollte“, so die Forscher. Es könnte außerdem die Verbindung von Depressionen und anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen erklären.

„Die Ergebnisse legen nahe, dass oxidativer Stress eine wichtige Rolle bei Depressionen spielt, und dass antidepressive Aktivität durch eine Linderung des oxidativen Stresses und antioxidative Funktionen vermittelt werden könne“, so die Autoren der Studie in ihrem Fazit.

Vorherige Studie besagen, dass es eine klare Verbindung zwischen der geistigen Gesundheit eines Menschen und seiner körperlichen Verfassung gibt. Depressionen könnten in Verbindung mit Entzündungen stehen, und Experten sind außerdem der Meinung, dass die Krankheit genetisch bedingt sein könnte.

Mehr noch, Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, leiden häufig auch an schweren Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden.

Trotz dieser Zusammenhänge zeigte eine weitere Studie aus der letzten Zeit, die in der Zeitschrift Health Affairs veröffentlicht wurde, dass Ärzte bei der Behandlung von Asthma- oder Diabetes-Patienten kaum Depressionen berücksichtigen.

Untersuchungen wie diese neue Studie oder auch die Untersuchung aus der Zeitschrift "Health Affairs" könnten die Art und Weise, wie mentale Erkrankungen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, verändern. „Körper und Geist sind miteinander verbunden“, so Sagar Parikh, Associate Director des Comprehension Depression Centers an der University of Michigan gegenüber der Huffington Post.

„Unter dem Strich bedeutet das, dass die Behandlung mentaler Probleme nicht nur individuellen Schmerz lindert, sondern tatsächlich auch einen Einfluss auf die körperliche Gesundheit ausübt.“

Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Journal of Clinical Psychiatry veröffentlicht.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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