POLITIK
16/03/2016 17:47 CET | Aktualisiert 16/03/2016 18:05 CET

Bamf-Chef Weise: "Brauchen noch mehr Zuwanderung in Deutschland"

dpa
Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise

Es ist eine der größten Herausforderungen, die Deutschland in den kommenden Jahren zu bewältigen hat: Die Integration von Einwanderern. Für viele Flüchtlinge wird Deutschland ein richtiges Zuhause werden. Und schon jetzt ist klar: 2016 wird nicht nur über das Schicksal der Flüchtlinge entscheiden - sondern auch über die Zukunft der Bundesrepublik.

Bei einem Kongress in Berlin hat Frank-Jürgen Weise, Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), jetzt deutliche Worte über die Auswirkungen der Zuwanderung gefunden. Die Flüchtlinge seien "nicht die Lösung für unser demografisches Problem", sagte er. Vielmehr seien sie sogar eine "Belastung für den Arbeitsmarkt", sagte Weise.

"Das ist alles andere als eine Überflutung"

Laut einem Bericht der "Welt" warnte der BAMF-Chef aber auch vor Bildern einer "Überflutung" und äußerte sich optimistisch, die Zuwanderung durch Flüchtlinge gut organisieren zu können.

Anhand der Schutzquote der vergangenen drei Jahre könne man damit rechnen, dass rund 660.000 Bleibeberechtigte in Deutschland leben. "Das ist alles andere als eine Überflutung", sagte Weise.

Zehn bis 15 Prozent der Bleibeberechtigten seien gut qualifiziert, zitiert das Blatt Weise weiter. Sie allein lösten die Probleme auf dem Arbeitsmarkt jedoch nicht. "Wir brauchen sogar noch zusätzliche Zuwanderung", sagte Weise.

"Das erreichen wir auf jeden Fall"

Bei der angepeilten Verkürzung der Asylverfahren sehe sich das Bamf auf dem richtigen Weg. Weise versicherte, bis Jahresende werde die durchschnittliche Verfahrensdauer bei Neufällen deutlich unter drei Monaten liegen. "Das erreichen wir auf jeden Fall." Ende 2015 waren es im Schnitt noch fünf Monate.

Vor diesem Hintergrund bekräftigte Weise zudem sein Ziel, im Laufe des Jahres bis zu 1,2 Millionen Asylfälle abschließend zu entscheiden. Zur Begründung verwies er auf das zusätzliche Personal im BAMF und die verbesserte Organisation der Abläufe.

Seit der Schließung der Balkanroute sei die Zahl der Neuankömmlinge zudem stark gesunken. Ohne genaue Zahlen zu nennen sagte Weise, im Vergleich zum Dezember seien die Zahlen auf ein Drittel zurückgegangen.

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