LIFESTYLE
15/03/2016 18:32 CET | Aktualisiert 11/04/2016 09:41 CEST

Warum Frühaufsteher gesünder sind

Jawbone Up

Der frühe Vogel fängt den Wurm - und Gemüse, Früchte und mageres Eiweiss noch dazu. So lauten die Ergebnisse einer Datenanalyse von mehr als 850.000 Jawbone UP Fitness-Trackern aus der ganzen Welt.

Die Auswertung dieser Daten über den Zusammenhang von Schlaf und Ernährung wurde exklusiv der Huffington Post zur Verfügung gestellt: Jawbone hat herausgefunden, dass Nutzer, die jede Nacht zur gleichen Uhrzeit (und zwar vor 11 Uhr abends) ins Bett gehen, weniger Kalorien verzehren und nahrhafteres Essen zu sich nehmen.

Nachteulen hingegen, die zwischen 11 Uhr und 3 Uhr nachts ins Bett gehen, tendieren zu einem höherem Konsum von Koffein, Alkohol, raffiniertem Zucker, komplexen Kohlenhydraten, verarbeitetem Fleisch und gesättigten Fetten.

Dies könnte Schlafmuster und Gewichtsabnahme bedeutend beeinflussen.

Kirstin Aschbacher, Datenanalystin für Jawbone, sagte der HuffPost: “Wenn du eine Stunde früher ins Bett gehst, und das ein Jahr lang durchhältst, würde dies, theoretisch, zu einer Gewichtsreduktion von rund zwei Kilogramm führen - ohne jegliche Aktivitätsveränderung.”

(Wichtig zu bemerken ist, dass Jawbone “Nachteulen” ausschließlich basierend auf der Uhrzeit definiert, wann sie ins Bett gegangen. Es geht nicht darum, wie viele Stunden sie geschlafen haben. Diese Kategorie beinhaltet also auch Menschen, die verschobene Schlafmuster haben oder einfach spät ins Bett gehen.)

Jawbones Studie schließt existierende wissenschaftliche Literatur zum Thema Schlafenszeit und Wohlbefinden mit ein. Das Verhältnis zwischen einer erhöhten Menge an Schlaf und dem Treffen von besseren Nahrungsentscheidungen ist gut dokumentiert.

Das "American Journal of Clinical Nutrition” hat vergangenes Jahr eine Studie herausgebracht, die besagt, dass Menschen, die mehr schlafen, tendenziell weniger gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen als ihre Mitmenschen, die weniger Ruhe bekommen.

Und eine Studie der Universität von Kalifornien, Berkeley- Campus, ebenfalls im Jahr 2015 erschienen, hat herausgefunden, dass diejenigen Jugendliche über einen Zeitraum von 5 Jahren eher Gewicht zunehmen, die spät ins Bett gehen.

Nachteulen mögen sich fragen, was sie davon mitnehmen können. Als Gruppe betrachtet, essen sie tendenziell weniger nahrhaft und generell mehr Kalorien als Frühaufsteher.

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Aber das sind nicht nur schlechte Nachrichten, räumt Daten-Analystin Aschbacher ein, die ebenfalls eine Nachteule ist: Selbst wenn du einer dieser Menschen bist, die spät ins Bett gehen, und wenn du dadurch eine durchschnittliche Menge an Schlaf bekommst, kannst du immer noch davon profitieren, früher ins Bett zu gehen.

Und wenn Spätschläfer ein paar Kilos abnehmen wollen und besonders anfällig fürs Naschen sind, so Aschbacher, sollten diese besonderes Augenmerk auf das Zeitfenster vor dem (späten) Zu-Bett-gehen richten.

Jawbones Bericht bezieht sich auf eigenständig verzeichnete Essensvermerke von Drittanbieter-Apps wie zum Beispiel MyFitnessPal (was den Einwand zulässig macht, dass eigenständig dokumentierte Daten nicht immer vertrauenswürdig sind und dass Menschen, die ihren Essenkonsum selbst notieren, bereits mehr auf ihr Essverhalten achten als der Durchschnittsmensch).

Dennoch: Mitesh Patel, Assistenzprofessor an der medizinischen Fakultät Perelman der Universität von Pennsylvania, sagt, dass Fitness-Tracker ein wirksames Mittel zur Änderung von Verhaltensweisen sein können, aber, dass “die Herausforderung darin besteht, diese Einblicke in wirksame Interventionen zu verwandeln."

“Eine Pop-Up-Benachrichtigung in der App ist ein guter Start,” sagte Patel der HuffPost, “aber dann müssen sie deren Wirkung auch auswerten."

Dafür gibt es die Coaching-Funktion in der App, die fast in Echtzeit Informationen von Jawbones Datenanalysen erhält. Dadurch kann die App dem Nutzer Vorschläge machen, die auf dem gesunden Verhalten von anderen Nutzern basieren.

Aschbacher sagt, dass die gewonnen Einblicke in die Schlaf- und Ernährungsweisen zu der Empfehlung, eine regelmässigere Schlafenszeit einzuhalten, geführt haben. Für sie wird der nächste Schritt darin bestehen, diese Interventionsempfehlungen auszuwerten.

Patel meint zudem, dass es herausfordernd sein wird, die Grund-und-Ursachen Beziehung zwischen Schlaf und Ernährung herauszufinden. “Es könnte einen dritten Faktor geben, der beides beeinflusst. Oder die Beziehung könnte umgekehrt verlaufen - Menschen, die weniger essen, können leichter einschlafen."

Aschbacher erwidert, dass beide Szenarien denkbar seien: entweder es gibt einen Typ Mensch, der allgemein mehr auf gesunde Schlaf- und Essensmuster achtet, oder die Schlafmenge beeinflusst direkt, was am nächsten Tag zu sich genommen wird.

“Letzteres ist für Jawbone relevanter, weil es sich um etwas handelt, bei dem wir Menschen helfen können, es zu verändern,” kommentiert Aschbacher der HuffPost gegenüber.

Sie verwies auf biologische Mechanismen, welche dieses Szenario erklären könnten, wie zum Beispiel, dass “schlechter Schlaf dafür bekannt ist, den Hormonausschuss zu beeinflussen - von Leptin und Ghrelin zum Beispiel, welche für ein verstärktes Hungergefühl verantwortlich sind.

“Viele Erwachsene scheinen es schlichtweg zu vergessen, jede Nacht zu einer regelmäßigen Uhrzeit ins Bett zu gehen. Mama und Papa sind ja nicht mehr da, um die Schlafenszeit durchzusetzen. Aber vielleicht könnte ein surrendes Armband diese Aufgabe übernehmen."

Dieser Artikel ist ursprünglich bei der Huffington Post USA erschienen und wurde von Virginia V. Hartmann aus dem Englischen übersetzt.

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