POLITIK
14/03/2016 14:10 CET

Unicef: 8,4 Millionen Kinder leiden unter Syrien-Krieg

dpa
Syrien ist der gefährlichste Ort der Welt für Kinder.

  • 3,7 Millionen Kinder wurden im Syrien-Krieg geboren

  • Bereits Siebenjährige müssen als Soldaten dienen

  • Syrien ist der gefährlichste Ort der Welt für Kinder

Rund 8,4 Millionen Kinder leiden einem UN-Bericht zufolge unter dem seit fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien. 3,7 Millionen davon seien seit Beginn des Krieges 2011 geboren worden, heißt es in einer am Montag in New York veröffentlichten Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef.

Das Leben dieser Kinder sei geprägt von Angst, Gewalt, Hunger und Vertreibung. Zwei Millionen von ihnen bekämen nur unregelmäßig humanitäre Hilfe, 200.000 lebten in belagerten Gegenden. Rund 2,4 Millionen syrische Kinder hätten in andere Länder fliegen müssen, rund 300.000 seien auf der Flucht geboren worden.

"Kinder kämpfen einen Erwachsenenkrieg"

"Wir können die kostbaren Kindheitsjahre, die von diesem brutalen Krieg gestohlen worden sind, nicht zurückholen", sagte Unicef-Chef Anthony Lake. "Aber wir können und müssen verhindern, dass die Zukunft dieser Kinder auch gestohlen wird."

Viele Kinder würden als Soldaten missbraucht, manche von ihnen seien erst sieben Jahre alt. "Im Zuge des andauernden Krieges kämpfen Kinder einen Erwachsenenkrieg", sagte Unicef-Regionaldirektor Peter Salama. "Weiterhin brechen Kinder die Schule ab und werden zur Arbeit gezwungen, während die Mädchen früh verheiratet werden."

Der Syrien-Krieg bringt der Unicef zufolge derzeit so viel Leid über die Menschen wie kein anderer Konflikt. Trotz der jüngst erreichten, brüchigen Waffenruhe sei Syrien derzeit der "gefährlichste Ort für Kinder auf der Welt", sagte die Unicef-Nothilfekoordinatorin Geneviève Boutin am Donnerstag nach einem Gespräch mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller in Berlin.

Es kann nicht noch schlimmer kommen in Syrien?

"Wie oft haben wir in den vergangenen Jahren gesagt, dass es für die Menschen in Syrien nicht mehr schlimmer kommen kann" - die Realität habe dann aber immer gezeigt, dass diese Einschätzung falsch gewesen sei.

Der Aufstand in Syrien hatte im März 2011 mit friedlichen Demonstrationen gegen Menschenrechtsverletzungen begonnen. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad reagierte damals mit militärischer Gewalt, so dass der Konflikt binnen weniger Monate in einen Krieg ausartete, an dem heute auch Terrorgruppen, die USA und Russland beteiligt sind.

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