POLITIK
14/03/2016 19:00 CET | Aktualisiert 12/01/2017 18:42 CET

Krefelder AfD vergleicht eigene Lage mit Judenverfolgung: "Werden den Stern wie eine Auszeichnung tragen"

dpa

Es sagt viel aus über das politische Verantwortungsbewusstsein der AfD - und das, was sich teilweise hinter der Fassade der Bundespartei abspielt: Ein Kreisverband der AfD in NRW hat die Situation der AfD mit der Judenverfolgung im Dritten Reich verglichen.

Bei Facebook hatte die Krefelder AfD Anfang März einen Artikel aus der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geteilt. Darin ging es um einen Beschluss der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo), nach dem die Awo keine AfD-Mitglieder mehr duldet.

Der Kommentar der Krefelder AfD dazu: "Und immer weitere Berufsverbote für AfD'ler kommen hinzu. Freuen Sie sich schon auf den blauen Stern? Wir wissen: Wir werden den Stern wie eine Auszeichnung tragen! Bis zum bitteren Ende!" Erst jetzt ist der Fall bekannt geworden, nachdem die "Rheinische Post" am heutigen Montag darüber berichtete.

Und immer weitere Berufsverbote für AfD'ler kommen hinzu. Freuen Sie sich schon auf den blauen Stern? Wir wissen: Wir werden den Stern wie eine Auszeichnung tragen! Bis zum bitteren Ende!

Posted by AFD - Kreisverband Krefeld on Samstag, 5. März 2016

Mit dem Facebook-Kommentar spielt die AfD auf Verordnungen des Hitler-Regimes an, nach denen Juden im Dritten Reich einen gelben Stern, in der NS-Propaganda "Judenstern" genannt, auf ihrer Kleidung tragen mussten. Die Einführung der Kennzeichnungspflicht bedeutete die soziale Isolation der Juden und war die letzte Maßnahme der Nazis vor Beginn de Deportationen.

Eine Anfrage der Huffington Post blieb bei der Krefelder AfD bislang unbeantwortet. Der NRW-Landesverband war am Montagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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